Berufstätige bevorzugen das Auto

Geschrieben am 3 November 2009  von Gerhard Bauer

Das Statistische Bundesamt meldet, dass weitaus die meisten Berufspendler in Deutschland die Fahrt im eigenen Auto bevorzugen. 2008 benutzten 56,1 Prozent aller Erwerbstätigen dein eigenen PKW, während nur 12,9 Prozent öffentliche Verkehrsmittel benutzten. Auch Fahrgemeinschaften landeten abgeschlagen bei 3,5 Prozent, was scheinbar für „my home is my car“ spricht. 8,3 Prozent aller Arbeitnehmer benutzten das Fahrrad und 9,5 Prozent gehen zu Fuß zu ihrem Arbeitsplatz.

Bemerkenswerterweise haben sich gegenüber 1996, also in den letzten 12 Jahren, diese Werte praktisch nicht verändert: Damals fuhren 60,3 Prozent selbst und 4,0 Prozent in einem fremden PKW mit. Der Anteil der Bus-Benutzer ist leicht gefallen und der Anteil des Schienenverkehrs leicht gestiegen.

Gestiegen ist auch die Länge des täglichen Arbeitswegs. 1996 hatten 52,3 % aller Pendler einen Weg von weniger als 10 km, jetzt waren es nur noch 45,8 %. Der Anteil der Pendler mit mittellangem Arbeitsweg (10 bis 25 km) blieb exakt gleich bei 28,1 %. Mehr als 25 km einfach müssen heute 16,2 % der Pendler zurücklegen, 1996 waren es noch 13,1 %. Damit ist natürlich auch die tägliche Fahrzeit gestiegen: 1996 erreichten noch 72,8 % aller Berufstätigen ihre Firma in weniger als 30 Minuten, heute sind es nur noch 68,2 % Das Statistische Bundesamt hat aber nicht erfasst, ob der gestiegene Zeitbedarf nur auf die größeren Entfernungen oder auch auf die höhere Verkehrsdichte zurückzuführen ist.

Die steigenden Spritpreise können Pendler von der Benutzung des eigenen PKW nicht abhalten. Oder andersherum: Für 56,1 Prozent der Berufspendler gibt es keine Alternative zum PKW.

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Die kurzen Wege zum Arbeitsplatz werden seltener. Erscheinungen der Stadtflucht oder der Konzentration von Arbeitsplätzen auf weniger Unternehmen, die dafür größer sind?

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Frauen haben meist kürzere Arbeitswege als Männer, was immer noch die klassische Rollenverteilung aufweist: Frauen müssen den Job irgendwie mit Familie und Haushalt vereinbaren und suchen sich deswegen lieber einen (weniger qualifizierten?) Arbeitsplatz in der Nähe.

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