2009: Bisher 3,4 % weniger Navis verkauft

Geschrieben am 28 November 2009  von Gerhard Bauer

Die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU), der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) und die GFK (Gesellschaft für Konsumforschung) haben die Verkaufszahlen für Unterhaltungselektronik und damit auch für Navis für die ersten drei Quartale des Jahres 2009 veröffentlicht.

Von Januar bis September 2009 wurden 2.986.000 Navigationsgeräte in Deutschland verkauft. Gegenüber den ersten neun Monaten 2008 ist das ein Rückgang von 3,4 Prozent, also wesentlich weniger schlimm als einige Marktforscher erwartet haben. Auch der Preisverfall war nicht so stark wie erwartet: Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug 180 Euro nach durchschnittlich 210 Euro im Vorjahr. Damit ergibt sich ein gesamter Umsatzrückgang im Bereich der Navis in Höhe von 17,1 Prozent, der aber eigentlich zu erwarten war.

Der Rückgang bei den Stückzahlen relativiert sich weiter, wenn man sich ansieht, wie sich die Stückzahlen langfristig entwickelt haben:

1. Quartal 2006: 288.000 Stück
2. Quartal 2006: 427.000 Stück
3. Quartal 2006: 576.000 Stück
4. Quartal 2006: 869.000 Stück
Gesamt 2006: 2.160.000 Stück

1. Quartal 2007: 644.000 Stück
2. Quartal 2007: 945.000 Stück
3. Quartal 2007: 801.000 Stück
4. Quartal 2007: 1.336.000 Stück
Gesamt 2007: 3.726.000 Stück

1. Quartal 2008: 957.000 Stück
2. Quartal 2008: 1.083.000 Stück
3. Quartal 2008: 1.052.000 Stück
4. Quartal 2008: 1.235.000 Stück
Gesamt 2008: 4.327.000 Stück

1. Quartal 2009: 907.000 Stück (- 50.000 Stück)
2. Quartal 2009: 1.053.000 Stück (- 30.000 Stück)
3. Quartal 2009: 1.026.000 Stück (- 26.000 Stück)

Einige Bemerkungen zu den oben genannten Zahlen:

  • Im Sommer dominierten noch preisgünstige Navis, weil die potentiellen Oberklasse-Käufer auf die High-End-Geräte mit Live-Anbindung warteten.
  • Wenn die Navi-Hersteller es schaffen, nach der eigentlichen Geräteanschaffung den Anwendern auch die dauerhafte Serviceverträge (Live / HD-Traffic etc.) zu verkaufen, dürfte der Navi-Markt noch viele Jahre stabil sein.
  • Der Navi-Markt lebt von zwei Saisonen, wie die oben aufgeführten Zahlen beweisen: Einerseits vom Weihnachtsgeschäft, dafür gibt es dann auch eine gewisse Sättigung im darauf folgenden ersten Quartal. Andererseits leben die Navi-Verkäufe auch von der jährlichen Sommer-Reisewelle, die sich aufgrund der verschobenen Ferientermine gleichmäßig auf das zweite und dritte Quartal verteilt.
  • Im Jahr 2009 dürften alleine in Deutschland mit Navigationsgeräten 750 Millionen Euro umgesetzt werden. Für eine von Analysten tot-prophezeite Branche ist das gar nicht so schlecht.
  • Anderen Branchen geht es wirklich schlecht. Hier die Umsätze verschiedener Produktgruppen, jeweils bezogen auf die ersten drei Quartale 2009. Zur Erinnerung: Die Navibranche setzte 538 Millionen Euro um.
    • MP3-Player: 331 Millionen Euro
    • Kopfhörer: 98 Millionen Euro
    • CD-Rohlinge: 52 Millionen Euro
    • Spielkonsolen: 446 Millionen Euro
    • Spiele für Spielkonsolen: 651 Millionen Euro
    • Schnurlose Telefone (DECT): 220 Millionen Euro
    • Fax- und Faxkombinationsgeräte: 22 Millionen Euro
    • Monitore für PCs: 400 Millionen Euro
    • Drucker: 84 Millionen Euro
    • Satellitenempfang (Schüsseln, LNBs und Receiver): 345 Millionen Euro
    • Videokameras: 176 Millionen Euro