TomTom HD-Traffic verbessert

Geschrieben am 11 Dezember 2009  von Gerhard Bauer

Der Verkehrsinformationsdienst HD Traffic von TomTom wurde Anfang dieser Woche in der Version 3.0 gestartet. Laut einer Pressemeldung vom 7. Dezember 2009 konnte in einigen europäischen Ländern die Abdeckung mittlerer Straßen deutlich verbessert werden: In Frankreich um über 75 Prozent, in den Niederlanden und in Großbritannien um jeweils 40 Prozent und in der Schweiz sogar um 200 Prozent. Weil die Basiszahlen aber nicht veröffentlich werden, kann nicht bestimmt werden, ob es sich beispielsweise in den Niederlanden um einen Anstieg von 1,0 auf 1,4 Prozent oder von 40 auf 56 Prozent handelt.

Aber auch die Genauigkeit, wann und wo ein Stau gemeldet wird, ist laut TomTom besser geworden. In der Schweiz stieg die Genauigkeit von Staumeldungen um 20 Prozent und in Frankreich um 35 Prozent.

Wie jeder Verkehrsinformationsdienst lebt auch HD Traffic von den Quellen für für die Verkehrsstörungen.

  • TMC Pro: In erster Linie für langfristige Beeinträchtigungen, aber auch für Wetterinformationen, damit das Gerät vor Starkregen oder glatter Fahrbahn warnen kann.
  • Floating Phone Data: Der Mobilfunkbetreiber Vodafone meldet die Bewegungen all seiner Handys von Funkzelle zu Funkzelle in anonymer Form an den TomTom-Verkehrsrechner. Dieser projiziert diese Bewegungsschemas auf eine Straßenkarte und erhält dadurch Informationen, wie schnell sich die Handybesitzer und damit Verkehrsmittel durch Deutschland bewegen.
  • Floating Device Data (bzw. Floating Car Data): Jedes TomTom-Live-Navigationsgerät meldet seine Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den zuletzt befahrenen Straßenabschnitten an den TomTom-Verkehrsrechner. Weil das Navi aber exakt weiß, wo es sich befindet, sind diese Daten wesentlich genauer als die Floating-Phone-Daten.

Weil immer mehr Live-Geräte in Europa herumfahren und damit immer mehr Floating-Device-Daten an TomTom gesendet werden, ist die Bedeutung der Floating-Phone-Daten seit der Einführung von HD Traffic stark zurückgegangen, wie uns das TomTom-Produktmanagement verriet. Damit ist auch die verbesserte Genauigkeit in den genannten Ländern leicht erklärbar.

Obwohl TomTom verständlicherweise keine Informationen herausgibt, wieviele Anwender den Live-Service verlängern, wurde uns bestätigt, dass alle TomTom-Navis mit Live-Modul auch nach Ablauf der Live-Services weiterhin Floating-Device-Daten an den TomTom-Zentralrechner senden. Solange, bis der Mobilfunkbetreiber die Karte außer Betrieb nimmt. Das ist von Land zu Land unterschiedlich und dauert zwischen 6 und 12 Monaten.

Für deutsche Anwender gibt es mit der Einführung von HD Traffic 3.0 laut TomTom ausdrücklich keine Verbesserung. Weil Deutschland TomToms stärkster Absatzmarkt für Live ist, sind bei uns die vor allem durch Floating Device Data entstandenen Verbesserungen bei der Meldegenauigkeit bereits in den letzten Monaten Stück für Stück in HD Traffic eingeflossen.

Stauumfahrung wie sie sein sollte: Oben die normale Verkehrssituation und unten mit einem in HD Traffic gemeldeten Stau genau auf unserer Route.

Stauumfahrung wie sie sein sollte: Oben die normale Verkehrssituation und unten mit einem in HD Traffic gemeldeten Stau genau auf unserer Route.