Quick-GPS-Fix für alle Navis

Geschrieben am 30 Dezember 2009  von Gerhard Bauer

Mit TomToms Quick-GPS-Fix-Technologie erhält ein Navigationssystem Informationen über die aktuellen Satellitenpositionen, die sogenannten Ephemeriden-Daten. Damit muss das Navi nach dem Einschalten diese Infos nicht mehr langwierig aus dem Satellitensignal extrahieren und kann deswegen wesentlich schneller seine eigene Position bestimmen. Diese Informationen für die nächsten sieben Tage werden bei TomTom-Navis „Quick-GPS-Fix“ genannt und per Datenfunk- oder Internetverbindung auf das Gerät übertragen. Bei Garmin gibt es mit „HotFix II“ einen vergleichbaren Mechanismus, der aber nur drei Tage lang funktioniert, dafür aber ohne externe Datenquelle auskommt.

Das Jet Propulsion Laboratory, ein Teil des California Institute of Technology (Caltech) und ein Dienstleister der NASA, bietet seit kurzem eine Technik an, mit der jeder Navihersteller eine ähnliche Technik einbinden kann: Die „Embedded GPS/Glonass Autonomous Ephemeris Prediction Software“ (AEP) berechnet ähnlich der Garmin-Technik die Satellitenposition voraus, aber mit wesentlich höherer Genauigkeit: Für 7 Tage schafft AEP eine Genauigkeit von 15 Metern, für 28 Tage beträgt die Genauigkeit immer noch 150 Meter. Da die Ungenauigkeit logarithmisch zuminnt, dürfte nach einer groben Interpolation die Genauigkeit in 14 Tagen immer noch gut genug sein, um das Navi einschalten und sofort losfahren zu können. Ein Navi-Hersteller, der diese Technik in seine Geräte implementiert, würde also das Kunststück fertigbringen, dass die Geräte auch noch 14 Tage nach dem letzten Betrieb in wenigen Sekunden ihre eigene Position finden, obwohl sie völlig abgeschaltet waren (die Bahndaten kann das Navi im Flash ablegen) und keinerlei Online- oder andere Internetverbindung hatten.

Die 400 KByte große AEP-Software ist in der Programmiersprache C geschrieben und auf Linux sowie Windows Mobile portiert. Das JPL bietet den Navi-Herstellern engsten Support bei der Konvertierung auf die jeweils verwendete Hard- und Software an.

Navi einschalten und sofort losfahren: Mit AEP kann das auf jedem Navi funktionieren. Um die Implementierung müssen sich allerdings die Navi-Hersteller kümmern, Endkundensupport gibts vom JPL keinen.

Navi einschalten und sofort losfahren: Mit AEP kann das auf jedem Navi funktionieren. Um die Implementierung müssen sich allerdings die Navi-Hersteller kümmern, Endkundensupport gibts vom JPL keinen.

[Anmerkung: Dass das JPL wirklich weiß, was es tut, zeigt die Tatsache, dass dieses Forschungsinstitut unter anderem die folgenden Raumsonden für die NASA gebaut und gesteuert hat: Voyager 1 und 2, Mariner 1 bis 10, Viking 1 und 2, drei Mars-Fahrzeuge und wesentliche Teile des Hubble-Weltraumteleskops. Der seltsame Name hat historische Gründe: Das Institut wurde gegründet, um Raketentriebwerke für militärische und wissenschaftliche Zwecke zu bauen.]