Auftrag für 14 Galileo-Satelliten vergeben

Geschrieben am 7 Januar 2010  von Gerhard Bauer

Nicht nur acht Galileo-Satelliten, sondern gleich 14 Flugkörper baut die Bremer OHB zusammen mit der britischen SSTL (Surrey Satellite Technology Ltd.). OHB fertigt den kompletten Satelliten mit Ausnahme des eigentlichen Nutzlast-Moduls, SSTL baut das „Galileo“-Modul und liefert es dann zu OHB nach Bremen, wo die Teile montiert werden.

Das Gesamtvolumen dieses Auftrags soll bei 566 Millionen Euro liegen (knapp über 40 Mio. Euro pro Satellit). Die Vergabe der ersten zwölf Satelliten ist ein Tiefschlag für die EADS-Tochter Astrium, die 25 Millionen Euro pro Satellit mehr verlangt haben soll. EADS hofft aber auf die Dual-Sourcing-Vorschrift der EU für Projekte dieser Größenordnung: Demnach muss ein solcher Auftrag an zwei unterschiedliche europäische Unternehmen vergeben werden, damit nicht eine Firma alleine von einem solchen Großauftrag profitiert und um sich abzusichern gegen technische und wirtschaftliche Probleme des Auftragnehmers.

Nach sehr strenger Auslegung wurde die Dual-Sourcing-Regel aber bereits befolgt, EADS Astrium hat nämlich den Zuschlag für Giove-B (ein bereits gestarteter Galileo-Erprobungssatellit) und vier weitere Galileo-Testsatelliten erhalten. Dabei kann EADS aber weder die Lieferfrist einhalten noch die Preiskalkulation: Die vier Satelliten kosten 400 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt und werden erst Ende 2010 einsatzbereit sein. EADS ist aber indirekt so oder so trotzdem im Rennen: Der Airbus-Hersteller hat sich vor einiger Zeit mit 20 Prozent in SSTL eingekauft und darf 397 Millionen Euro verdienen mit dem Start der Satelliten.

Die ersten beiden der 14 Galileo-Satelliten sollen im Herbst 2012 fertiggestellt und gestartet werden, was natürlich den gesamten bisherigen Galileo-Zeitplan der Inbetriebnahme im Jahr 2013 ad absurdum führt. Aktuell ist die Inbetriebnahme mit einem dann noch unvollständigen Satellitennetz für 2014 geplant. Zum Zeitpunkt, wann Galileo mit allen Diensten und allen Satelliten einsatzbereit ist, will die Europäische Kommission anscheinend keine Stellung mehr nehmen.