Navteq mit neuer Erfassungstechnik

Geschrieben am 7 Januar 2010  von Gerhard Bauer

Navteq hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas das erste Erfassungsfahrzeug mit der neuen Erfassungstechnologie „Navteq True“ vorgestellt, die aus der Zusammenarbeit mit Microsoft stammt. (Scheinbar bestand diese Zusammenarbeit schon vor Anfang Dezember letzten Jahres.) Die neuen Erfassungsfahrzeuge haben drei Komponenten:

Lidar ist etwas ähnliches wie ein Radar, das anstelle von Funkwellen mit einer Laserquelle funktioniert. Ein Laser sendet winzige Lichtimpulse aus, die von einer Fotozelle aufgefangen werden. Damit kann man hochgenaue dreidimensionale Bilder anfertigen, die auch gleich vollautomatisch „vermessen“ sind. Fährt man unter einer Brücke durch, hat man nicht nur ein genaues Bild dieser Brücke, sondern kennt auch die exakte tatsächliche Durchfahrtshöhe. Das Navteq-System nutzt ein System aus 64 rotierenden Lasern, die auch bei höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten einen Radius bis zu 120 Metern abdecken können.

Eine Kombination aus Panorama- und hochauflösenden normalen Kameras steigern Auswertungsgeschwindigkeit und -tiefe: Während die Panoramakamera den gesamten Straßenzug erfasst, nehmen zueinander versetzt angeordneten Multisichtkameras Standbilder auf, die so detailreich sind, dass sogar die vor Restaurants ausgehängten Speisekarten bei der Materialauswertung gelesen werden können.

GPS und IMU sind notwendig, um die exakte Position des Fahrzeugs zu kennen. Während ein hochgenaues GPS natürlich Standard ist, braucht man IMUs („Inertial Measurement Unit“, deutsch: Bewegungssensoren), um Kurven und Steigungen exakt vermessen zu können.

Noch 2010 werden alle Navteq-Erfassungsfahrzeuge auf die neuen Eerfassungs- und Kamerasysteme sowie Sensoren umgestellt. Begonnen wird im derzeit größten Wachstumsmarkt Nordamerika, dann folgen Europa und Ende 2010 dann der asiatische Raum.

Die neue Sensorenphalanx: Deutlich erkennt man ganz oben die Panorama- und die hochauflösenden Kameras. Im silbernen Zylinder darunter befinden sich die Lidar-Scanner.

Die neue Sensorenphalanx: Deutlich erkennt man ganz oben die Panorama- und die hochauflösenden Kameras. Im silbernen Zylinder darunter befinden sich die Lidar-Scanner.

Streifig, weil mit Lidar erfasst. Dieses System kann vollautomatisch dreidimensionale Drahtgittermodelle jedes Geländes anfertigen, wovon Googles Street View noch weit entfernt ist. Die hier erzeugten Modelle müssen nur noch koloriert werden (ebenfalls ziemlich vollautomatisch dank der Panoramabilder) - fertig sind wirklich navigierbare 3D-Städte.

Streifig, weil mit Lidar erfasst. Dieses System kann vollautomatisch dreidimensionale Drahtgittermodelle jedes Geländes anfertigen, wovon Googles Street View noch weit entfernt ist. Die hier erzeugten Modelle müssen nur noch koloriert werden (ebenfalls ziemlich vollautomatisch dank der Panoramabilder) - fertig sind wirklich navigierbare 3D-Städte.