Tele Atlas integriert Sicherheitsfeatures

Geschrieben am 8 Januar 2010  von Gerhard Bauer

„ADAS“ steht für Advanced Driver Assistance Systems und bedeutet schlicht Fahrerassistenzsysteme. Sie sollen die Sicherheit und den Komfort beim Autofahren erhöhen: Die Palette an Möglichkeiten beinhaltet beispielsweise ABS, ESP, automatisches Kurvenlicht, Fernlichtassistenten, Scheinwischerautomatik mit Regensensor, Fahrlichtassistent, Bremsassistent, Tempomat, Spurhaltesysteme für schläfrige Verkehrsteilnehmer, Spurwechselsysteme für Fahrer mit steifem Hals bis hin zum Einparksensor in der Stoßstange. Um Aufpreislisten noch länger und Fahrzeuge noch teurer zu machen, forschen die Autohersteller an ständig neuen elektronischen Helferlein, wobei wir natürlich den Sinn einiger Systeme durchaus einsehen und diese auch schätzen.

Im Kraftfahrzeug arbeiten einige Assistenten noch besser oder werden überhaupt erst möglich, wenn man den Straßenverlauf genau kennt. „Genau“ beinhaltet auch Informationen über Steigungen, Gefälle oder Kurvenradien. Ein Kraftfahrzeug beziehungsweise dessen Bordcomputer braucht diese Parameter immer schon einige Hundert Meter vorher. Klarer Fall, diese Infos müssen ins digitale Kartenmaterial.

Der Kartenhersteller Tele Atlas hat nun eine Kartenversion vorgestellt, die all diese Informationen enthält und deswegen perfekt für die Verwendung in Fahrzeugen mit vorausschauenden Assistenzsystemen geeignet sein soll: „Tele Atlas ADAS“.

Damit kann ein Fahrzeug dann beispielsweise den Fahrer warnen, wenn die aktuelle Höchstgeschwindigkeit zu hoch ist für die kommende Kurve, oder der Tempomat kann in Kurven oder Bereichen mit Tempolimit die Geschwindigkeit automatisch absenken. Natürlich sind auch Informationen über tatsächlich fahrbare Geschwindigkeiten auf jedem Streckenabschnitt eingeflossen, die in erster Linie via TomTom-Navis gesammelt wurden.

Auf genau diese Weise konnte auch das bisher größte Problem bei der Sammlung dieser genauen Daten behoben werden: Es ist extrem teuer, diese Daten zu erfassen, denn für ’saubere‘ Durchschnittswerte muss jeder Streckenabschnitt mehrfach befahren werden. Für Tele Atlas ist die wirtschaftliche Nähe zum Navihersteller TomTom ein Segen: In anonymer Form meldet jedes TomTom-Navi – nach einer Freigabe durch den Benutzer – bei einem Softwareupdate die zuletzt gefahrenen Strecken an einen Zentralrechner. Gesammelt und gemeldet werden unter anderem die tatsächlich fahrbaren Geschwindigkeiten, Abweichungen der digitalen Karte vom tatsächlichen Streckenverlauf, das Vorhandensein von neuen Straßen und anscheinend auch die Höhe über dem Meeresspiegel zur Berechnung der Steigungen.

Tele Atlas ADAS ist aktuell für die folgenden Länder verfügbar: Deutschland, Frankreich, Dänemark, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Irland, Großbritannien, USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Malaysia, Singapur und Thailand.

Hier finden Sie einen recht guten, aber englischsprachigen Werbefilm von Tele Atlas:



Und hier finden Sie einen sehr interessanten, aber ebenfalls englischsprachigen Film vom Vice President Product Management von Tele Atlas, Rik Temmink: