Umsatzzahlen im ersten Halbjahr 2009

Geschrieben am 1 September 2009  von Gerhard Bauer

TomTom und Garmin haben sehr unterschiedliche Zahlen für das zweite Quartal 2009 vorgelegt.

Garmin musste herbe Verluste hinnehmen:

Der Umsatz sank auf 669 Mio. USD, das ist ein Rückgang um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der PND-Bereich sank dabei überdurchschnittlich um 31 Prozent. Trotzdem macht er mit 437 Mio. USD noch den Löwenanteil. Europa trug zum Gesamtumsatz 198 Mio. USD bei, was ein Rückgang um 36 Prozent ist. Trotzdem konnte Garmin weltweit 3,7 Millionen Navis verkaufen, wobei die absoluten Stückzahlen in Nordamerika und Asien wuchsen, während sie in Europa sanken. Der Marktanteil in den USA beträgt 57 Prozent, während er in Europa bei etwa 20 % liegt.

TomToms Umsatz stieg zum zweiten Quartal auf 368 Millionen Euro, wobei mit Navis 276 Millionen Euro umgesetzt wurden. Weltweit wurden 2,5 Millionen Navis im zweiten Quartal verkauft. Erfreulich ist aber die Erhöhung des mittleren Abgabepreises pro Navi: Während er im 1. Quartal 2009 nur 99 Euro betrug, stieg er im zweiten Quartal 2009 auf 112 Euro. Das ist zwar gut, im 2. Quartal des Vorjahres waren es aber noch 131 Euro.

Erfreulich entwickelt sich für TomTom auch die Zusammenarbeit mit Renault: Nach der Einführung eines TomTom-Einbaunavis in den Renault Clio werden Adaptionen für dem Megane, Scenic und Laguna folgen. Interessant ist auch die Abo-Rate für Geräte mit Live-Service: 30 Prozent erneuern ihr Live-Abo, wenn es abgelaufen ist. Das ist eine relativ geringe Zahl.

Tele Atlas, die TomTom-Tochter fürs Kartenmaterial, lieferte im ersten Halbjahr 1.874.000 digitale Karten an externe Abnehmer. Gleichzeitig betrug der Umsatz von Tele Atlas im ersten Halbjahr 87 Millionen Euro. Es ist falsch, daraus einen durchschnittlichen Abgabepreis von 46 Euro pro Karte zu berechnen, weil die 87 Millionen Euro auch Lizenzzahlungen für Internet-Anwendungen und „Government Use“ (von Einsatzplanern für die Polizei bis hin zu digitalem Kartenmaterial für Leitungsverleger) beinhalten.

Insgesamt wurden in Europa im ersten Halbjahr 7,1 Millionen Navis verkauft (1. Quartal: 3,3 Mio, 2. Quartal: 3,8 Mio). In Nordamerika wurden 6,5 Mio. Geräte verkauft, exakt waren es im ersten Quartal 2,8 Millionen und im zweiten Quartal 3,7 Millionen.

In Deutschland wurden wiederum im ersten Halbjahr 1,96 Millionen Navis verkauft. Das ist nur ein minimaler Rückgang um 3,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Der mittlere Verkaufspreis sank aber von 212 Euro im Vorjahr auf jetzt 178 Euro, das ist ein Rückgang um 15,9 Prozent. Aus diesen Zahlen berechnet sich eim Gesamtumsatz mit Navis im ersten Halbjahr 2009 von 350 Millionen Euro nach 433 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist ein Rückgang um 19,2 Prozent.

Insgesamt steht der deutsche Navi-Markt aber noch gut da: Die 350 Millionen Euro vergleicht man am besten mit anderen Produktgruppen wie MP3-Player, die in ganz Deutschland nur 228 Millionen Euro umgesetzt haben, um die aber ein weit größerer Hype gemacht wird.