Offboard-Navi-Zwang bei O2

Geschrieben am 16 Februar 2010  von Gerhard Bauer

O2 gibt ab Ende März 2010 alle GPS-fähigen Handys mit vorinstalliertem Offboard-Navigationssystem an die Kunden ab. Anbieter der Lösung ist das israelische Unternehmen Telmap, unter der Bezeichnung Telmap Navigator ist die Software auch schon einige Zeit bekannt.

Das digitale Kartenmaterial inklusive Verkehrsmeldungen vom ADAC (mit normalem TMC-Informationsgehalt) befindet sich auf einem zentralen Routingserver, den Telmap bzw. O2 bereithält. Wenn man sich zu einem Ziel navigieren lassen möchte, muss das Handy seinen augenblicklichen Standort und das gewünschte Ziel via Datenverbindung an diesen Server schicken. Dieser berechnet dann den besten Weg und schickt die Routinginformation einschließlich der digitalen Karten für den berechneten Korridor auf das Handy. Das Problem: Dieser Datentransfer dauert immer gewisse Zeit und kostet vor allem Geld.

Navi-Magazin-Kommentar: Im Gegensatz zur gerade aktualisierten kostenpflichtigen T-Mobile-Lösung dürfte die Telmap-Nutzung kostenlos sein. [Anm.: Wir haben wegen der entstehenden Kosten angefragt, vom Produktexperten aber bisher noch keine Antwort erhalten.] O2 verdient beim Betrieb in Deutschland mit den Datenübertragungen via UMTS oder GPRS.
Den Anwendern raten wir dringend zum Verzicht auf diese Software: Aufgrund der nach wie vor viel zu hohen Roamingkosten im Ausland kann eine einzige Routenberechnung im Ausland auch mal über 10 Euro an Datenübertragungskosten erzeugen, was diese Lösung in unseren Augen völlig unsinnig macht. Solange Offboard-Navigation nicht wirkliche Vorteile gegenüber klassischen Onboard-Navis (auf einem portablen Navi oder einem Handy) realisieren kann, gibt es keinen Grund, sich auf diese Weise vom Netzanbieter abhängig zu machen.

O2 will ab Ende März 2010 die Navisoftware von Telmap auf alle GPS-fähigen Handys vorinstallieren.