Gutes viertes Quartal bei TomTom

Geschrieben am 18 Februar 2010  von Gerhard Bauer

TomTom hat mit einem guten vierten Quartal das Geschäftsjahr 2009 noch gerettet: Der Navihersteller konnte im letzten Quartal 533 Millionen Euro umsetzen, das waren 5 Millionen Euro oder ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Quartalsgewinn betrug 73 Millionen Euro.
Im ganzen Geschäftsjahr 2009 betrug der Umsatz 1480 Millionen Euro, das waren 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Jahresgewinn wird mit 87 Millionen Euro ausgewiesen, so dass das vierte Quartal ganz deutlich zum Jahresergebnis beigetragen hat.

Bemerkenswerte Details:

  • 2009 konnten insgesamt 11,5 Millionen Navigationssysteme von TomTom verkauft werden, davon im erfahrungsgemäß stärksten vierten Quartal 5,1 Millionen Geräte. Scheinbar hatte der Markt etwas aufzuholen, denn diese Zahl entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres. Die 11,5 Millionen Geräte 2009 bedeuten aber ein geringes Minus von 4 Prozent gegenüber 2008.
  • Der Navi-Markt in den USA und Europa war praktisch unverändert. Dabei haben sich aber die Anteile verschoben: In Europa sank die Zahl von 4,9 Millionen Geräte im Vorjahr auf aktuell 4,3 Millionen. In Nordamerika stieg der Verkauf von 8,0 auf 8,6 Millionen.
  • Der TomTom-Marktanteil in Europa betrug 46 Prozent, in Nordamerika stieg der Marktanteil von 20 auf 29 Prozent.
  • Insgesamt kamen 81 Millionen Euro Umsatz aus Nicht-Navi-Verkäufen, also über die Sparten Festeinbauten, LKW-Navigation, Tele-Atlas-Karten und zuletzt auch Abonnements der Live-Services.
  • Laut Harold Goddijn, TomTom-CEO, haben die Navigationsanwendungen für Smartphones nur geringe Auswirkungen auf die Verkäufe normaler Navigationsgeräte. Trotzdem sieht er natürlich einen steigenden Bedarf an ortsbezogenen Anwendungen für Mobiltelefone.
  • Die Verarbeitungsprozesse für Karteninhalte sind mittlerweile so schnell, dass neue digitale Landkarten künftig nicht mehr quartalsweise zur Verfügung stehen werden, sondern im Rhythmus von 48 Stunden. Das heisst nicht, dass jeder Anwender alle zwei Tage neue Karten herunterladen soll oder muss, sondern dass es im Endeffekt egal ist, wann man sie herunterlädt – man bekommt immer die aktuellsten verfügbaren Karten.
  • Deutlich zurückgegangen sind die Verkaufszahlen von Tele Atlas. Im Jahr 2009 konnten nur noch 4,6 Millionen Lizenzen verkauft werden nach 6,1 Millionen im Vorjahr. Die Umsätze sanken jedoch nur gering von 196 auf 185 Millionen Euro.
  • Die Rückgänge sollen kompensiert werden durch die Verpflichtung von Peter van der Fluit als Senior Vice President für den Verkauf der Tele-Atlas-Karten. Seine Aufgabe wird sein, mehr Lizenznehmer für Tele-Atlas-Kartenmaterial zu finden, insbesondere die Hersteller von ortsbezogenen Anwendungen für Handys.
  • Der durchschnittliche Abgabepreis an die Distribution eines TomTom-Navis betrug im vierten Quartal 2009 nur noch 79 Euro netto. Das ist ein Rückgang von 21 Prozent verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum. TomTom führt das zu einem großen Teil auf die Verschiebung der Verkäufe in den amerikanischen Markt zurück: Dort ist das Preisniveau generell niedriger bei gleichzeitig höheren Marketingaufwendungen.
  • Ausbauen will TomTom das Geschäft mit HD-Traffic-Verkehrsinformationen: Diese sollen bis zum Ende 2010 in mehr Ländern verfügbar sein.
  • Ende 2009 hat TomTom das zweitausendste Patent eingereicht. Forschung und Entwicklung sind für das Unternehmen weiterhin sehr wichtig.
  • Die LKW-Flottensteuerung „Webfleet“ konnte im vierten Quartal 2009 weitere 9000 Nutzer gewinnen, momentan werden 96.000 Fahrzeuge über Webfleet gesteuert.

Die Börse honoriert den guten Jahresbericht mit einem Kursanstieg der TomTom-Aktien von 7 Prozent in der ersten Marktstunde.