Cloud Made – wir basteln ein Navi

Geschrieben am 9 März 2010  von Gerhard Bauer

Wenn man alle Fahrtbewegungen von Navibesitzern mitprotokolliert und diese zentral auswertet, hat man am Ende eine recht genaue Landkarte der ganzen Welt. Soweit die Theorie. Cloud Made und der Handy-Navi-Anbieter Skobbler nutzen als Grundgerüst die kostenlose digitale Landkarte des Open-Street-Map-Projekts, die von GPS-begeisterten, in erster Linie deutschen Anwendern zusammengetragen wurde.

Cloud Made, ein amerikanisches Softwareunternehmen mit Büros in Menlo Park, Kalifornien, (nordwestlich von Palo Alto und damit mitten im Silicon Valley), Kiew und London, hat seine Entwicklungsumgebung „Navi Studio“ an Skobbler lizenziert. Navi Studio ist damit das Grundgerüst für die Navi- und Kartenverbesserungsfunktionen der Skobbler-Navisoftware. Das Programm soll nicht nur den Anwender von A nach B bringen, sondern erlaubt auch das die ständige Erweiterung des digitalen Kartenmaterials: Man kann online Fehler im Kartenmaterial melden, die dann von der OSM-Community behoben werden sollen. Leider gibt es scheinbar noch Probleme bei der technischen Realisierung: In der Navi-Anwendung fehlen etliche Straßen, die in der originalen Open Street Map schon lange vorhanden sind. In den einschlägigen OSM-Foren wird außerdem immer öfters die Befürchtung geäussert, dass die freie Landkarte von den prognostizierten Verbesserungsvorschlägen nicht wirklich profitieren wird.

Sobald Skobbler so gut wird, dass wir es empfehlen können, gibt es einen ausführlichen Artikel.

Skobbler kostet aktuell nur 2,99 Euro, verursacht aber ständige Folgekosten, weil die Route nicht auf dem Handy, sondern auf einen zentralen Server im Internet berechnet wird.

Für alle Insider: CEO von Cloud Made ist Juha Christensen, ehemals Psion (1), Symbian (2), Microsoft (3), Macromedia (4) und Sonopia (5).

Zur Erklärung:
(1) Mittlerweile Pleite.
(2) Die Firma Symbian wurde „Open Source“ und damit de facto hergeschenkt.
(3) Da war er für Windows Mobile zuständig. Mehr braucht man dazu nicht sagen.
(4) Zugegeben, die gibts noch.
(5) Diese Firma liegt auf Eis. Vereine, Firmen oder Einzelpersonen sollten virtuelle Handynetz-Provider werden und Mobilfunkverträge verkaufen.