Rückblick: Das allererste GPS-Navi

Geschrieben am 6 April 2010  von Gerhard Bauer

Vor fast genau 20 Jahren, in Juni 1990, hat der japanische Unterhaltungs- und Car-Audio-Spezialist Pioneer das erste GPS-Navigationsgerät für Autos vorgestellt. Das „Pioneer Avic-1“ arbeitete mit einem CD-Laufwerk als Datenspeicher, konnte dafür aber bereits in praktisch jedes Fahrzeug eingebaut werden, in das die beiden Blackboxes und der separate GPS-Empfänger passten.

Das Avic-1 bestand aus einem 18 Zentimeter breiten und 14 Zentimeter hohen Bedienteil mit einem winzigen 2,8 Zoll (knapp über 7 Zentimeter) großen Bildschirm. Dieser konnte noch keine Fahrtrichtungspfeile anzeigen, so dass die aktuelle Fahrtrichtung auf einem von acht sternförmig angeordneten Leuchtelementen signalisiert werden musste. Touchscreens gab es auch nicht, weswegen nicht weniger als 27 Tasten rund um den Minibildschirm angeordnet waren. Der eigentliche Navigationscomputer befand sich in der großen Blackbox oben links, am linken Ende sieht man die Kühlkörper des eingebauten Computers. Das schwarze Kästchen war das Verarbeitungsmodul zwischen dem Computer und dem Bedien-/Anzeigegerät. Das stromlinienförmige Gerät rechts unten ist der GPS-Empfänger, der natürlich nur AUF dem Fahrzeug montiert werden durfte bzw. konnte.

In der deutschsprachigen Version wurde das Gerät mit Kartenmaterial von Deutschland und den Hauptstraßen Mitteleuropas geliefert. Der Verkaufspreis betrug 3400 DM, ohne Einbau.

Erst genau sieben Jahre später waren DVDs als Datenträger benutzbar, und erst ab diesem Zeitpunkt konnte man mehr als Deutschland, Österreich und die Schweiz auf einem Medium mit sich herumfahren. Die ersten handelsüblichen Flash-Speicher mit 32 bis 64 MByte Kapazität für Navigationsanwendungen mit Organizern reichten nur aus für Teile Deutschlands, was sich aber extrem schnell ändern sollte: Heute hat jedes Navi mindestens 1 GByte Flash-Speicher für die digitale Landkarte.

Garmin, TomTom, Navigon und Falk haben mit Navigationssoftware für Organizer angefangen, was – wie man am Markt sieht – nicht die schlechteste Entscheidung war. Nur so konnten sie lernen, viel Nutzen in kleinste Geräte zu packen.

Das Pioneer Avic-1 war das erste Einbau-GPS-Navi für Autos. Heute ersetzt das Navi entweder das Autoradio oder ist ein winziges Kästchen, das man an die Frontscheibe klebt. (Klicken zum vergrößern.)