Neue Festeinbauten von Pioneer

Geschrieben am 7 April 2010  von Gerhard Bauer

Pioneer stellt zur AMICOM 2010 in Leipzig einige neue Festeinbau-Navigationsgeräte vor.

Das AVIC-F920BT ist ein Navi-CD-DVD-Radio im Doppel-DIN-Format, es ersetzt also das ab Werk eingebaute Autoradio. Ausgestattet mit einem 6,1 Zoll oder 15,5 Zentimeter großen Bildschirm mit 800 x 480 Bildpunkten ist es eine komplette Multimedia-Schaltzentrale mit europaweiter Navigation.

Das Navigationsknowhow holt sich Pioneer zumindest für die europäischen Produkte beim ungarisch-israelischen Hersteller NNG, die Software ist eine sehr stark individualisierte iGO-Variante. Das Tele-Atlas-Kartenmaterial beinhaltet „Detailkarten von 36 Ländern plus Verbindungsstraßen in 8 weiteren Ländern“ sowie 6 Millionen Sonderziele, entspricht also dem heutigen Standard. Es steckt in einem 4 GByte großen fest eingebauten Flash-Speicher. Pioneer hebt die vom Anwender anpassbare Menüoberfläche sowie den automatisierten Eco-Fahrbericht heraus. Letzterer zeigt Ihnen, wie umweltschonend Sie unterwegs sind.

Das Pioneer AVIC F920BT besitzt ein starres 6,1-Zoll-Display. Gut erkennt man darüber den CD-/DVD-Schacht und rechts den SD-Steckplatz. Die Software ist ein stark individualisiertes iGO von NNG. (Klicken zum Vergößern.)

Eingebaut ist auch eine Freisprecheinrichtung für ein Bluetooth-Handy. Dabei hat sich Pioneer ebenfalls einen Spitzenhersteller ins Boot geholt: Die Experten von Parrot genießen in der Branche weltweit einen ganz hervorragenden Ruf.

Das Audioteil ist natürlich ebenfalls standesgemäß ausgestattet: Die Endstufe leistet 4 x 50 Watt (Musikspitzenleistung, nach DIN sind es 4 x 27 Watt Sinus), bietet aber alternativ seine Signale auch über drei Vorverstärkerausgänge an. Eingebaut ist ein CD-/DVD-Laufwerk, das praktisch alle üblichen Musik- und Videoformate schluckt. Zusätzlich findet man einen Schacht für Speicherkarten im Micro-SD-Format an der Vorderseite, an der Rückseite findet ein USB-Gerät Anschluss. Dabei kann es sich um einen einfachen Speicherstift handeln oder auch um eine mobile und erschütterungsfeste Festplatte, wie man sie aus Notebooks kennt. Ein iPod oder iPhone kann direkt angeschlossen und gesteuert werden, zusätzlich gibt es an der Rückseite noch Eingänge für Audio- oder Videoquellen. Damit ist beispielsweise auch der Einbau einer Rückfahrkamera einfach möglich. Die Anpassung an die Fahrzeugakustik übernimmt ein 7-Band-Grafikequalizer. Das eingebaute Radiomodul liefert nicht nur Musik und Nachrichten via UKW und MW, sondern schickt auch die über RDS empfangenen TMC-Verkehrsinformationen an die Navi-Software. Das Navi darf auf einen 3D-Gyro zugreifen, das ist ein Sensor zum Erfassen von Beschleunigungen, Abbremsen oder Kurven. Er soll auch bei nicht vorhandenem GPS-Empfang wie beispielsweise in einem Tunnel die Positionsberechnung ermöglichen.

Das Pioneer AVIC-F920BT ist bereits verfügbar, der Straßenpreis liegt bei etwa 1200 Euro.

Das AVIC-F20BT ist das Spitzenmodell von Pioneer mit seinem elektrisch ausfahrbaren und 7 Zoll großen Bildschirm. (Klicken zum Vergrößern.)

Noch fortgeschrittener ist das AVIC-F20BT: Sein Display bietet die gleiche Auflösung, ist aber mit 7 Zoll (17,8 cm) noch ein wenig größer. Hier ist das Display auch motorbetrieben, alle Laufwerks- und Speicherkartenschächte liegen hinter dem elektrisch aufklappbaren Display. Es kann im DualZone-Betrieb spielen: Da hören die hinteren Fahrzeuginsassen etwas anderes als die vorderen.

Alle anderen Fähigkeiten entsprechen dem des F920BT. Wir schätzen den Preis auf etwa 1500 Euro, es ist ab Anfang Mai verfügbar.

Das Pioneer AVIC-F220 kann alleine gar nichts. Es handelt sich nämlich um ein Navigations-Erweiterungsmodul für fünf verschiedene Mediacenter (umgangssprachlich „Autoradio“). Das Navimodul wird versteckt im Auto eingebaut, es kommuniziert mit den Geräten AVH-3200DVD, AVH-3200BT, AVH-P4200DVD, AVH-5200DVD und AVH-5200BT. Diese fünf Mediacenter sind je nach Typ als Ein-DIN- oder Doppel-DIN-Gerät ausgeführt (teilweise mit übergroßem Display), besitzen aber alle einen Touchscreen, mit dessen Hilfe das F220 gesteuert wird. Auch hier sitzt eine start individualisierte iGO-Software von NNG im Gerät, das Kartenmaterial stammt von Tele Atlas und enthält „Detailkarten von 36 Ländern plus Verbindungsstraßen von acht weiteren Ländern“. Interessanterweise besitzt der Navigationscomputer einen eigenen kleinen Akku, mit dem er während Fahrtpausen „auf Empfang bleibt“, jedoch ohne die Fahrzeugbatterie zu belasten.

Das F220 erweitert nur ein vorhandenes oder gleichzeitig gekauftes Pioneer Mediacenter um Navifunktionen. (Klicken zum Vergrößern.)

Das AVIC-F220 ist bereits erhältlich, es kostet laut Liste 399 Euro.