Navi-Markt 2009: Stückzahlen -5,3%

Geschrieben am 22 April 2010  von Gerhard Bauer

Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 4.098.000 Navigationsgeräte verkauft, berichten die „Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik“ (GfU), der „Bundesverband Technik des Einzelhandels“ (BVT) und die „Gesellschaft für Konsumforschung“ (GfK). Das ist ein Rückgang um 5,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2009. Enttäuschend ist das vierte Quartal 2009 ausgefallen: Hier wurden nur 1.110.000 Geräte verkauft, während es im gleichen Vorjahreszeitraum noch 1.235.000 waren.

Der Handel misst den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts immer nach dem Umsatz, und der ging aufgrund der sinkenden Verkaufspreise natürlich weiter nach unten: 2007 kostete das durchschnittliche Navi noch 285 Euro, 2008 waren es nur noch 207 Euro und im vergangenen Jahr 2009 nur noch 178 Euro. (Alle Preise sind immer netto, also zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.)

Weniger Geräte multipliziert mit geringeren Verkaufspreisen führen schnell zu unangenehmen Umsatzeinbrüchen: Im vergangenen Jahr wurden nur noch 731 Millionen Euro mit Navigationsgeräten umgesetzt, das ist ein Minus von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zusätzlich bemerkt man noch eine deutliche Verschiebung der Absatzkanäle: Früher waren Navigationssysteme noch erklärungsbedürftig, die Anwender kauften deswegen lieber im Fachhandel. Heute werden mehr und mehr Navigationsgeräte per Internet gekauft. Dem Handel fehlt also ein noch größeres Stück, was bereits Folgen hat: In immer mehr Elektronikmärkte werden Navis auf „schlechte Plätze“ verbannt. Bisher fand man Navis meist gleich nach dem Eingang, denn mit wenig Lagerkosten wurden große Umsätze und damit auch große Gewinne erzielt. Jetzt findet man die Navis meist neben den anderen Umsatzkillern der Branche, den Autoradios.

Gewinner und Verlierer im Handel

Wie die Navis zeigen, gibt es im Elektronikhandel oft unerwartete Gewinner und totale Umsatzeinbrüche. Verlierer des Jahrzehnts sind die herkömmlichen Fernseher mit Bildröhre. Sie sanken von 1312 Millionen Euro (2005) auf lächerliche 21 Millionen Euro (2009), also um 98,4 Prozent! Aufgrund der höheren Preise für LCD- und Plasmafernseher stieg der Gesamtumsatz im TV-Bereich aber von 3539 Millionen auf 6013 Millionen.

Auf unerwartet hohen bzw. niedrigen Niveaus bewegen sich andere Geräte: Autoradios und -lautsprecher zusammen bringen nur noch 211 Millionen Euro Umsatz. CD-Rohlinge (alle in Deutschland verkauften) kosten nur noch 68 Millionen Euro und DVD-Rohlinge 163 Millionen Euro. Speicherkarten für Fotoapparat und MP3-Player rangieren bei 269 Euro und USB-Speichersticks bei 170 Millionen. Der frühere Heilsbringer, die Spielekonsolen, verloren ebenfalls: Minus 19,2 Prozent auf 793 Millionen Euro für die Hardware und -7,1 Prozent auf 1174 Millionen Euro bei der Software.

Es scheint, dass alle Bereiche verloren haben, aber das stimmt nicht. Hifi-Komponenten und Satellitenempfänger haben um 10 bis 15 Prozent gewonnen. Videoplayer stiegen sogar um 19,1 Prozent. Dies liegt jedoch an den deutlich höheren Verkaufspreisen, weil die Verbraucher von DVD- auf Blue-Ray-Player umsteigen mussten. Gut liefen auch digitale Bilderrahmen und anderes Fotozubehör.

Im IT-Bereich stiegen Desktop-PCs auf 921 Millionen Euro (+ 7,1 Prozent) und Notebooks auf 3743 Millionen Euro (+ 21,5 Prozent) – trotz der extrem günstig erhältlichen Web- und Netbooks.

Das macht dem Handel großen Spaß: Notebooks in jeder Größe, so wie hier das HP Mini 5102 mit Intel Atom-Prozessor.


Der Versandhandel punktet lieber mit seinem – gesetzlich vorgeschriebenen – kundenfreundlichen Rückgaberecht und Schnäppchenpreisen wie beispielsweise hier: