TomTom: Gute Umsätze im 1. Quartal

Geschrieben am 26 April 2010  von Gerhard Bauer

Der niederländische Navi-Hersteller TomTom meldet für das 1. Quartal 2010 einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg. Der Umsatz stieg verglichen zum 1. Quartal 2009 um 26 Prozent auf 268 Millionen Euro. Dieser Zuwachs ist den höheren Marktanteilen in Europa und Nordamerika zu verdanken: In Europa wuchs der Marktanteil von TomTom von 45 auf 47 Prozent, in Nordamerika ging es leider nur von 21 auf 22 Prozent. Das erste Quartal eines Jahres ist erfahrungsgemäß das schwächste im Navi-Bereich: Ein Quartal vorher, zum Weihnachtsgeschäft 2009, setzte TomTom 533 Millionen Euro um, das ist ein Rückgang um genau die Hälfte.

Im 1. Quartal 2010 verkaufte TomTom weltweit 1,6 Millionen Navis, das sind 15 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Verkaufspreis an den Handel war 89 Euro netto, was gegenüber dem 1. Quartal 2009 ein Rückgang von 10 Prozent, verglichen mit dem 4. Quartal 2009 aber ein Anstieg um 13 Prozent ist!

Insgesamt ist der europäische Markt aber rückläufig: Im 1. Quartal 2009 wurden in ganz Europa 3,2 Millionen Navis verkauft, während es in diesem Jahr nur noch 2,7 Millionen waren. Der US-Markt blieb unverändert bei 2,6 Millionen Stück.

TomTom hat seine Umsatzzahlen neu eingeteilt:

  • Consumer Business: Das Navi-Geschäft brachte natürlich den größten Teil des Umsatzes, 186 Millionen Euro. Das ist gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres ein Anstieg um 16 Prozent.
  • Automotive: In diesem Bereich werden Verkäufe an Automobil- und -teilehersteller erfasst, dabei handelt es sich in erster Linie um Umsätze durch den Verkauf digitaler Landkarten. In erster Linie den wachsenden Absätzen von Renault ist der Zuwachs von 9 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2009 zu danken: 39 Millionen Euro wurden hier umgesetzt. Ein Vergleich mit dem 1. Quartal 2009 ist nicht sinnvoll, weil dieser Geschäftszweig damals gerade erst ins Leben gerufen wurde und bescheidene 12 Millionen umgesetzt werden konnten.
  • Licensing: Die Verkäufe des digitalen Kartenmaterials an andere Navi-Hersteller kommt mehr denn je ins Stocken: United Navigation (Falk und Becker), Navigon und Garmin, die einzigen nennenswerten Mitbewerber, benutzen soweit möglich lieber das Kartenmaterial des Kartenlieferanten Navteq. Die 31 Millionen Euro (1. Quartal 2009: 30 Millionen Euro) werden in erster Linie mit Anbietern von Routenplanern etc. realisiert.
  • Work, die Profi-Sparte von TomTom, stieg innerhalb der letzten 12 Monate um 33 Prozent auf 12 Millionen Euro. Damit bleibt die LKW-Navigation und -Kommunikation eigentlich hinter den Erwartungen zurück.