Garmin: Schlechte Zahlen fürs Q1/2010

Geschrieben am 6 Mai 2010  von Gerhard Bauer

Der amerikanische Navi-Hersteller Garmin hat ein wenig enttäuschende Geschäftszahlen für das erste Quartal 2010 veröffentlicht: Der Umsatz der „Straßennavis“ brach um 15 Prozent auf 221 Millionen US-Dollar ein. Aufgefangen wurde das Quartalsergebnis nur von den Segmenten Outdoor und Fitness, die um 28 Prozent auf 103 Millionen US-Dollar stiegen, die Wassersportgeräte (+ 9 % auf 41 Millionen US-Dollar) und die Luftfahrttechnik (+12 % auf 66 Millionen US-Dollar). Die angegebenen Zuwächse und Verluste sind immer verglichen mit dem ersten Quartal des Jahres 2009.

Wirklich überraschend schlecht lief der US-Markt: Hier konnte Garmin nur 243 Millionen US-Dollar umsetzen, was einem Minus von 8 Prozent entspricht. In Europa blieb der Umsatz mit 145 Millionen US-Dollar (+ 1 %) praktisch unverändert, aber Asien stieg auf niedrigem Niveau um 54 Prozent auf 43 Millionen US-Dollar.

Insgesamt eingenommen wurden 431 Millionen US-Dollar, 5 Millionen weniger als im ersten Quartal 2009. Deutlich geringer fielen aber die Produktionskosten aus: Nur noch 200 Millionen USD statt 240 Millionen USD mussten für die Herstellung aufgewendet werden. Dafür stiegen aber die weiteren Geschäftsausgaben: Für Anzeigen und Marketing wurden 17,4 Millionen USD (Q1/2009: 23,2 Mio.) ausgegeben, für Entwicklung und Forschung 62,5 Mio USD (55 Mio. USD) und für Vertrieb und Verwaltung 67 Millionen USD (59,8 Mio. USD).

Interessant ist der direkte Vergleich mit dem niederländischen Mitbewerber TomTom: Im Gesamtumsatz des ersten Quartals führt natürlich Garmin mit 337 Millionen Euro verglichen mit den 268 Millionen Euro TomToms. Diese zahlen beinhalten aber bei Garmin die Outdoor- und Sport-, Marine- und Luftfahrtgeräte und bei TomTom die Festeinbau- und Fahrzeugflottengeräte sowie die Umsätze der Kartentochter Tele Atlas. Schaut man nur auf die Umsätze von Straßennavis, sieht das Bild anders aus: Hier setzte Garmin 173 Millionen Euro (221 Mio. USD) um, während TomTom 186 Millionen Euro mit Consumernavis umsetzen konnte. Auch die Trends der letzten 12 Monate (Q1 2009 verglichen mit Q1 2010) sprechen für TomTom: Die Umsätze stiegen von 161 auf 186 Millionen Euro, während Garmin einen Rückgang von 203 auf 173 Millionen Euro (in USD: 260 Mio./221 Mio.) verzeichnen muss.

Bemerkenswert sind die Umsatz- und Gewinnanteile bei Garmin innerhalb der einzelnen Geschäftsbereiche:

Mit den Outdoor- und Fitnessgeräten wurden 80,5 Millionen Euro umgesetzt, aber 30,2 Millionen Euro Gewinn erzielt.

Die Luftfahrtgeräte für kleine und mittlere Flugzeuge setzten 51,8 Millionen Euro um, davon blieben 14,8 Millionen Euro Gewinn.

Die Straßennavis setzten mit 173,1 Millionen Euro den größten Anteil um, trugen aber nur 13,3 Millionen Euro zum Gewinn bei.

Die Schifffahrtsgeräte (Sonar und Navis) erzielten einen Umsatz von 32,4 Millionen Euro und trufen 7,0 Millionen zum Quartalsüberschuss bei. Diesen Geschäftsbereich will Garmin ausbauen mit der Übernahme des britischen Herstellers Raymarine.

Dem Trend bei den Straßengeräten entgegenwirken will Garmin mit der Einführung des neuen Spitzenmodells nüvi 3790T und einer neuen Sonderaktion, bei der man gegen einen verhältnismäßig geringen Aufpreis gleich ein lebenslanges Kartenabo erhält.