O2: Mehr Infos zum Zwangsnavi

Geschrieben am 11 Mai 2010  von Gerhard Bauer

Unsere Meldung vom 16. Februar 2010 ist jetzt Realität geworden: Ab sofort ist bei allen GPS-fähigen Handys eine „eigene“ O2-Navigationslösung „ab Werk“ vorinstalliert. Die von Telmap eingekaufte Lösung ist eine Offboard-Navigation. Die Route wird also nicht im Gerät und damit im Fahrzeug berechnet, sondern auf einem entfernten Server, der per Internetverbindung angesprochen werden muss. Der Ablauf der Navigation:

  • Das Handy erkennt seinen eigenen Standort.
  • Sie geben auf dem Handy Ihr Ziel ein.
  • Das Handy schickt die Standort-Info und das gewünschte Ziel via GPRS an einen zentralen Server.
  • Der Server berechnet die aktuellste Route unter Berücksichtung von aktuellem Kartenmaterial und – hoffentlich, aber nicht sicher – guten Verkehrsinformationen. Die Verkehrsnachrichten werden laut Anbieter vom ADAC zugekauft, damit entsprechen sie dem normalen TMC-Niveau.
  • Der Server schickt an das Handy – wieder per GPRS – die Routeninfos inkl. einen passenden Ausschnitt der digitalen Landkarte.
  • Das Handy zeigt die Route an.

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Das ganze hat nur zwei Probleme:

  • Die Routenberechnung ist kostenlos, aber die Datenübertragung kostet natürlich Geld. Deswegen empfiehlt O2 auch den „Abschluss der Handy-Surf-Flatrate“ von O2, die 10 Euro pro Monat extra kostet. Damit ist dann aber auch nur die Datenübertragung in Deutschland kostenlos. Im Ausland (am Beispiel Italien) kostet GPRS pro 10-KByte-Paket 5 Cent. Damit dürfte jede einzelne Routenberechnung grob geschätzt mindestens einen Euro kosten.
  • Wenn man die vorgegebene Route verlässt, fängt die Berechnung komplett neu an. Das heißt, das Gerät schickt die Koordinaten und das Ziel neu an den Server und der überträgt die Route und den Kartenausschnitt neu – einschließlich der damit verbundenen Kosten im Ausland.

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Nach wie vor können wir diese Offboard-Lösung aufgrund der im Ausland völlig unkalkulierbaren Kosten, der unzeitgemäßen Handhabung und der aus Nutzersicht extrem niedrigen Berechnungsgeschwindigkeit nicht empfehlen. Wir raten sogar dazu, sie auf dem Handy nach Möglichkeit zu deinstallieren oder unbrauchbar zu machen, um die versehentliche Nutzung garantiert auszuschließen – denn für 12 Monate zu je 10 Euro bekommen Sie schon ein recht brauchbares Navi, das dann auch im Ausland ohne Zusatzkosten funktioniert. O2-Nutzer (der Autor war bis vor kurzem selbst einer) klagen außerdem immer öfters über Funklöcher, auf denen weder Telefongespräche noch Datenübertragungen funktionieren – und damit ist dann natürlich auch die Navigationslösung tot. Das ist besonders praktisch, wenn man sich auf dem Land hoffnungslos verirrt hat.

Die besten Alternativen zum O2-Zwangsnavi Navis unter 100 Euro:

Die Navigationslösung von O2 ist das beste Beispiel dafür, dass alle nur Ihr bestes wollen - Ihr Geld. Denn diese Navigationslösung braucht niemand.