Navi mit DVB-T: Mio Spirit V575 TV

Geschrieben am 25 Mai 2010  von Gerhard Bauer

Mio hat ein neues Navi mit 4,7 Zoll (knapp 12 Zentimeter) großem Bildschirm und eingebautem DVB-T-Fernsehempfänger vorgestellt. Zwei weitere Besonderheiten: Das „Mio Spirit V575 TV“ benutzt eine Weiterentwicklung der altbekannten Navman-Navigationssoftware und bekennt sich ganz offen zum Kartenlieferanten Tele Atlas (einer TomTom-Tochter): Sogar die TomTom-Erfindung „IQ-Routes“ wird von Mio genutzt.

Tele Atlas hat sich dabei vom stark vereinfachenden Grundsatz gelöst, dass man innerorts immer 50 km/h fahren kann, außerorts immer 100 und auf der Autobahn immer 130. IQ-Routes verwendet für die Berechnung, welche Strecke von A nach B am günstigsten ist, tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeiten. Dafür sammelt TomTom seit Jahren anonym die Geschwindigkeitsprofile der TomTom-Anwender: Nur wenn man sich damit einverstanden erklärt hat, protokolliert das Gerät garantiert anonym, wie schnell man tatsächlich auf Europas Straßen unterwegs ist. Verbindet man das Gerät mit einem internettauglichen PC, werden die Daten an TomTom und damit an Tele Atlas übertragen. Auf diese Weise konnte der Hersteller eine gigantische Datenbank anlegen, wann man wie schnell auf jeder Straße und auf jedem Abschnitt fahren kann. Das bezieht natürlich auch regelmäßige Verkehrsströme mit ein, so dass die Datenbank weiß, dass man Montags um 8 Uhr auf einer städtischen Einfallstraße weit langsamer unterwegs ist als am Dienstag um 13 Uhr oder am Sonntagmorgen. Die IQ-Routes-Datenbank kennt 2016 Geschwindigkeitswerte für jede Straße, (12 pro Stunde mal 24 Stunden mal 7 Tage), und das ist eine mehr als ausreichende Genauigkeit. Mit IQ-Routes weiß das Navi, was normalerweise nur Einheimische wissen. Und das ist eigentlich das höchste Qualitätsprädikat für ein mobiles Navigationssystem.

Ebenfalls erstmals in einem Navi implementiert „ist die intelligente LearnMe Technologie von Mio, die sich auf den individuellen Fahrstil einstellt. Als Resultat kann die Ankuntszeit genauer berechner und die Route an die Fahrweise sowie Vorlieben angepasst werden.“ (Zitat aus der Pressemeldung des Herstellers.) Und das neue QuickSpell-Keyboard „schlägt während der Eingabe intuitiv Wörter vor, reduziert so Tippfehler und spart Zeit“ (ebenfalls zitiert).

Ob das Feature „mietbare Karten“ erfolgreich sein wird, wagen wir zu bezweifeln: Mio will digitale Landkarten mit einer Verfallsdauer verkaufen, was im Endeffekt eben auf eine „gemietete Landkarte“ hinausläuft. Sollte der Hersteller es schaffen, beispielsweise eine USA-Karte für drei, sieben oder 30 Tage für ein paar Euro an den Verbraucher zu vermieten, wäre das sicherlich ein gutes Verkaufsargument. Auf der anderen Seite fragen wir uns aber, warum nicht der Originalhersteller der Karten, Tele Atlas beziehungsweise TomTom, an dieses Vertriebsmodell bereits gedacht hat.

Damit die mit dem Navi gelieferten Karten immer auf dem neuesten Stand sind, hat Mio auch an die „Total Refresh Kartengarantie“ gedacht, die vergleichbar ist mit den Angeboten der Mitbewerber. Im Kartenmaterial sind auch Tempolimit-Infos enthalten.

Das Mio Spirit 575 TV soll ab Juni erhältlich sein. Der Listenpreis beträgt 229,99 Euro.

Das Mio Spirit 575 TV arbeitet mit der bekannten Navman-Navigationssoftware.


Passend für die WM: Wenn Sie unterwegs Fußball gucken müssen oder wollen, ist die Anschaffung eines Navis mit eingebautem DVB-T-Empfänger vielleicht ganz nett.


Ganz diese Auflösung erreicht das Mio-Fernseh-Navi nicht, aber verglichen mit einem Röhrenfernseher ist das Bild absolut detailreich.