Neu: GPS-Empfänger SiRF Atlas V

Geschrieben am 27 Mai 2010  von Gerhard Bauer

SiRF hat eine komplett neue Generation von kombinierten GPS-Empfängern und Prozessoren für „mobile Kleingeräte“ wie Navis, Smartphones oder Organizer vorgestellt: Sirf Atlas V ist sowohl ein klassischer Chipsatz für den Empfang von GPS- und (falls irgendwann mal realisiert) Galileo-Signalen, als auch ein kompletter Multifunktionsprozessor mit grob gesagt allen Funktionen, die man in einem mobilen Kleingerät so braucht.

Der GPS-Empfänger in dem nur 10 mal 13 Millimeter großen Chip hat 64 Eingangskanäle für Satellitensignale. Exakte Empfindlichkeitswerte waren noch nicht verfügbar, der Hersteller spricht nur von „high Sensity“. Erfahrungsgemäß dürfte die Empfangsqualität aber hervorragend sein.

Der ARM-11-Prozessorkern arbeitet je nach Ausführung mit 500 oder 664 MHz Taktfrequenz, er besitzt zur Arbeitserleichterung einen mathematischen Coprozessor, eine Floating-Point-Unit. Er verarbeitet ohne weitere Zwischenstufen die Signale eines Touchscreens und bietet einen High-Speed-USB-2.0-Anschluss, der nicht nur als Slave, sondern auch als Host für untergeordnete Geräte dienen kann. Die üblichen Bluetooth-Fähigkeiten werden erweitert durch Echo-Minimierung und eine Logik zur Unterdrückung von Fremdgeräuschen, was natürlich explizit auf den Einsatz in mobilen Navigationsgeräten hinweist. Ebenfalls eingebaut sind WLAN und ein UKW-Sender und -Empfänger. Der Sender kann für die Übertragung von Anweisungen und Musik auf das Autoradio dienen, der Empfangsteil für die direkte Verarbeitung von Verkehrsinformationen via TMC. Auch an Multimedia hat Sirf gedacht: Der Prozessor verfügt auch über Hardwaremodule zur Wiedergabe von H.264-Videos, wie sie in allen aktuellen Video und DVB-T-Playern verwendet werden. Die maximale Bildschirmauflösung darf 800 mal 480 Punkte betragen.

Neu ist auch Sirf AlwaysFix, eine Mischung aus Powermanagement und der bekannten InstantFixII-Technologie. Schon InstantFixII berechnete die Bahndaten der GPS-Satelliten für mehrere Tage im voraus, so dass nach einer mehrtägigen Betriebsunterbrechung das Navigationsgerät weit schneller als normal seine Position bestimmen und mit der Routenberechnung beginnen konnte. Das neue Powermanagement macht InstantFixII noch genauer und dehnt gleichzeitig die Hotstart-Phase auf „unendlich“: Sobald die InstantFix-Daten ungenau werden, aktiviert das Powermanagement vollautomatisch exakt die Elemente des Prozessors, die zum abrufen und verarbeiten der aktuellsten Satellitenbahndaten gebraucht werden. Ähnliche Ansätze verfolgen heute schon einige Navi-Hersteller. Deren Geräte brauchen in diesem Standby-Modus aber soviel Strom, dass der Akku nach wenigen Tagen restlos leer ist. Mit Sirf AlwaysFix soll ein voller Akku im Navi für bis zu zwei Monate reichen. Ebenfalls neu ist Sirf Hibernation: Damit kann der Prozessor mehr externen Komponenten wie beispielsweise den DRAM-Speicherbänke „den Saft abdrehen“, ihren Energieverbrauch also wirklich auf Null reduzieren.

Stark vergrößert: Der Chip misst 10 mal 13 Millimeter und hat an seiner Unterseite 265 elektrische Kontakte.


Das steckt alles drin: Der Sirf Atlas % enthält einen kompletten ARM 11, einen DSP (Digitaler Signalprozessor, extrem schneller Chip für die Verarbeitung der Satellitensignale), die Bluetooth-, Touchscreen- und USB-2.0-Verarbeitung und vieles mehr. Und alles kostet nur ein paar Dollar.


Diese Aufstellung macht noch deutlicher, was die Sirf-Ingenieure in das winzige Gehäuse gesteckt haben. Sein Volumen entspricht dem Sechstel eines Zuckerwürfels!