Navimarkt Deutschland: – 19 % im 1. Quartal

Geschrieben am 31 Mai 2010  von Gerhard Bauer

Im ersten Quartal 2010 wurden in Deutschland nur noch 739.000 Navigationsgeräte verkauft. Das ist gegenüber dem ersten Quartal 2009 ein Rückgang um 19,0 Prozent! Aber halt! Schaut man sich die Zahlen genauer an, merkt man, dass die „Big 5“, also TomTom, Garmin, Navigon, Falk und Becker, nicht wirklich verloren haben – mit einer Ausnahme, die wir an dieser Stelle leider nicht nennen dürfen.

Die wirklichen Verluste beschränken sich ansonsten aber auf die ganzen MeeToo-Hersteller und Nonames. Glücklicherweise haben jetzt wirklich alle „großen“ Markenhersteller (beispielsweise Panasonic und Sony), aber auch alle Lizenz-Marken (Grundig, AEG) gemerkt, dass sie von Navigation keine Ahnung haben und deswegen nicht mit richtigen Marken (siehe oben) konkurrieren können. Ausflüge neuer Hersteller in den Navimarkt werden praktisch immer als sündhaft teueres Experiment abgebrochen.

Aber auch langjährige Spieler geraten in Probleme: Medions Navi-Verkäufe tendieren so stark zu homöopathischen Mengen, dass man eigentlich nur froh sein kann, dass dieser Hersteller immer noch neue Produkte ankündigt. Anscheinend hat Medion fast überhaupt keinen Erfolg, seine Produkte auch in andere Verkaufsstellen als Aldi Nord und Süd zu bringen. Die Elektronikketten bestimmen heute, was ins Sortiment aufgenommen und damit verkauft wird, und scheinbar haben Saturn, Media Markt, Electronic Partner und Co. keinerlei Willen, jetzt die Firma ins Sortiment aufzunehmen, die vor gar nicht so langer Zeit alle Preise kaputt gemacht hat.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind auch die Verkaufspreise nach unten gegangen: Statt 182 Euro war der mittlere Verkaufspreis 166 Euro (jeweils ohne Mehrwertsteuer). 2007 kostete ein Durchschnittsnavi noch 285 Euro, 2008 waren es 207 Euro und 2009 kostete es 178 Euro. Multipliziert man 19,0 Prozent weniger verkaufte Navis mit einem Preisrückgang von 8,4 Prozent, ergibt das einen Umsatzrückgang von 25,8 Prozent im ersten Quartal. In einer nicht repräsentativen Umfrage unter einigen Herstellern merkten wir aber, dass das zweite Quartal sich wesentlich besser entwickelt als das erste: Umsatzsteigerungen von 50 Prozent und mehr könnten drin sein.

Scheinbar sind die deutschen Käufer völlig verunsichert, denn die Kaufzurückhaltung zieht sich durch alle Marktsegmente. Auch Spielkonsolen, sonst ein wahrer Umsatzrenner, mussten ein Minus von 17 Prozent hinnehmen. Das einzige, was im ersten Quartal 2010 nennenswert gewachsen ist, waren digitale Settopboxen, also Empfänger für digitales Satellitenfernsehen, was sicher dem Thema HDMI zu verdanken ist.

In Stückzahlen ist der Navimarkt im ersten Quartal 2010 um 19,0 Prozent eingebrochen und im gesamten Umsatz um 25,8 Prozent.


'Nach HDMI drängt, am HDMI hängt doch alles.' Ohne den Hype um alles Flache hätten Media Markt und Saturn schon längst auf den Betrieb von Fitness-Studios umgesattelt.