Navteq Traffic Patterns in ganz Europa

Geschrieben am 23 Juni 2010  von Gerhard Bauer

Vereinfacht ausgedrückt wurden bisher vom Navigationssystem Routen immer unter der Annahme berechnet, dass man innerorts immer 50 km/h fahren kann, außerorts immer 100 und auf der Autobahn immer 130. Das ist eigentlich viel zu grob, weil schon aufgrund der von der Uhrzeit und dem Wochentag abhängigen Verkehrsbelastung ganz unterschiedliche Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt werden können.

Navteq bietet schon länger die sogenannten Traffic Patterns (grob übersetzt „Verkehrsmuster“) an, allerdings nur für Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Ab sofort erweitert Navteq die Traffic Patterns auf die folgenden 18 europäische Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich mit Monaco, Spanien mit Andorra, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Irland und Großbritannien. Das ist eine Erweiterung um 1200 Prozent.

Die Navteq Traffic Patterns beziehen in erster Linie die regelmäßigen Verkehrsströme mit ein, so dass die Datenbank weiß, dass man Montags um 8 Uhr auf einer städtischen Einfallstraße weit langsamer unterwegs ist als am Dienstag um 13 Uhr oder am Sonntagmorgen. Die Datenbank kennt 672 Geschwindigkeitswerte für jede Straße, (4 pro Stunde mal 24 Stunden mal 7 Tage), was eigentlich mehr als ausreichen sollte. Dank Navteq Traffic Patterns weiß das Navi, was normalerweise nur Einheimische wissen: Dass Straße A zwar die beste ist, dass sie um diese oder jene Uhrzeit aber dicht ist und man deswegen lieber Straße B nehmen soll. Das ist eigentlich das höchste Qualitätsprädikat für ein mobiles Navigationssystem.

Die Traffic Patterns können von allen Naviherstellern verwendet werden, die Kartenmaterial von Navteq verwenden: Unter anderem Garmin, Navigon, Falk und Becker. Theoretisch wäre es denkbar, dass ein Navi dadurch minimal teurer wird, angesichts des steten Preisverfalls dürfte dieser Aspekt aber nicht wirklich relevant sein.