Tele Atlas: Neue Länder sind erfasst

Geschrieben am 2 Juli 2010  von Gerhard Bauer

Planmäßig hat der niederländische Kartenhersteller Tele Atlas die Juni-Version seiner „MultiNet“-Landkarte mit der Versionsnummer „2010.06“ veröffentlicht. Dabei wurde die Abdeckung wieder einmal stark erweitert: Insgesamt werden jetzt 102 Länder mit über 32 Millionen Kilometern abgedeckt.

  • Griechenland: 203 der insgesamt 1038 Gemeinden und Städte sind lückenlos abgedeckt, die restlichen tendieren zur vollständigen Erfassung.
  • Polen: Weitere 4000 Kilometer Straßen wurden erfasst.
  • Rumänien: Ausbau der Karte um 5000 Kilometer.
  • Kanada: 2500 Kilometer Straßen wurden zusätzlich erfasst.
  • Indien: Weitere 24 Städte werden hausnummerngenau erfasst, so dass jetzt 80 Prozent der städtischen Bevölkerung Indiens gefunden werden.
  • Russland: Vier weitere Städte hausnummerngenau abgedeckt.
  • Mexiko: Vier neue Städte erfasst.
  • Brasilien: U.a. Sao Paulo komplett erfasst.
  • Argentinien: U.a. Buenos Aires komplett erfasst.
  • Chile und Niger: Verbindungsstraßennetz erfasst.
  • Nigeria und Uruguay: Erfassung der MultiNet (hausnummerngenaue Karte) gestartet.

.

Bei der Erfassung bisher unbekannter Straßen setzt der Hersteller unter anderem auf die Protokollierung des Straßennetzes durch die Besitzer von TomTom-Navis: Diese Geräte speichern in kurzen Abständen die aktuelle Position und die aktuelle Geschwindigkeit. Damit wird eine Karte erzeugt aus Fahrzeugbewegungen, aus denen man einerseits die zeit- und tagesabhängigen Durchschnittsgeschwindigkeiten (IQ Routes) ableiten kann, mit der man andererseits aber auch erfährt, ob es irgendwo Straßen gibt, die noch nicht erfasst sind. Wie das funktioniert, zeigen die folgenden Bilder sehr eindrucksvoll.

Über die hauseigenen Navis sammeln TomTom und Tele Atlas pro Tag 600 Millionen Geschwindigkeitsinfos - pro Tag! Deutlich sieht man, wo viele Daten erfasst werden und wo nur wenige Autofahrer unterwegs sind.

Zum Vergleich hier ein normaler Kartenausschnitt, so wie er von TomTom erfasst wurde. Relevant sind die durch Pfeile gekennzeichneten Stellen.

Wertet man Fahrzeugbewegungen aus, merkt man auf einmal, dass sich in dem Straßenring einige Anliegerstraßen befinden. Und die Straße unten links wird gar nicht befahren, weil sie entweder generell gesperrt ist oder weil es sich nur um einen schlecht unterhaltenen Feldweg handelt, den man mit dem PKW nicht befahren will. Auf alle Fälle kann man diese Straße aus künftigen Routenberechnungen herausnehmen.