Hunde-Navi von Garmin

Geschrieben am 13 Juli 2010  von Gerhard Bauer

Garmin zeigt auf der Messe Outdoor 2010 (15. bis 18. Juli 2010 in Friedrichshafen) das erste Hunde-Ortungssystem Astro. Das Komplettsystem besteht aus einem Hundehalsband mit eingebautem GPS-Empfänger und Funksendemodul sowie einem kartenfähigen GPS-Handgerät, das das Funksignal mit der jederzeit aktuellen Hundeposition empfängt. Die Besonderheit am Astro ist, dass für die Datenübertragung nicht die üblichen Mobilfunknetze verwendet werden, sondern eine Peer-to-Peer-Verbindung auf 155,450 MHz.

Vorteil: Es fallen keine laufenden Kosten für GPRS-Übertragungen an, und man ist auch nicht auf das Vorhandensein eines funktionierenden Mobilfunknetzes angewiesen.
Nachteil: Man muss die Verwendung der eigentlich für Betriebsfunk reservierten Frequenzen bei der Bundesnetzagentur bzw. einer ihrer Außenstellen beantragen, und das kostet einmalig 130 Euro und dann pro Endgerät 15 Euro pro Jahr. Außerdem dürfen die Halsbänder nur mit 1,5 Watt und laut Bundesnetzagentur nur außerhalb bebauter und besiedelter Gebiete senden. Mehr Informationen zum Antrag bei der Bundesnetzagentur erhält man hier.

In erster Linie ist das 729 Euro teure Set aus Hundehalsband „DC-30“ und Empfänger „Astro 220“ deswegen für Jäger, Förster und Führer von Rettungshundestaffeln gedacht.

Das Halsband mit eingebautem Sendemodul ist weitgehend wasserfest, so dass auch der Einsatz im Schnee, bei schlechtem Wetter oder auf dem Wasser problemlos möglich ist. Der Akku des Halsbandes sendet bis zu 36 Stunden. Mit den maximal erlaubten 1,5 Watt beträgt die Reichweite laut Hersteller bis zu 10 Kilometer.

Der Empfänger Astro 220 ist ein GPS-Gerät mit zusätzlichem Funkempfänger, das die üblichen Topo- und Straßenkarten darstellen kann und auf dem alle Wege des Führers und des Hundes angezeigt und dokumentiert werden. Bei einem Einsatz können mit dem Astro 220 bis zu zehn Hunde gleichzeitig überwacht werden.

Problematisch dürften Rettungshundestaffeln sehen, dass die GPS-Empfänger und -Datensender nicht „laufend“ arbeiten, sondern nur in einstellbaren Intervallen. Für die Arbeit mit Rettungshunden ist weniger wichtig, wo das Tier genau ist (weglaufen tun die sowieso nicht), sondern welche Bereiche es exakt abgesucht hat, damit man diese anschließend freigeben kann. Wenn nur alle 30 Sekunden ein Standort ermittelt und übertragen wird, ist der Track nicht mehr brauchbar, weil das Tier in dieser Zeit schon drei „Zickzacks“ gelaufen ist. Wir haben bei Garmin entsprechend nachgefragt, bisher aber noch keine Antwort erhalten.

Ein Set aus einem Empfänger Astro 220 und einem Senderhalsband DC-30 kostet 729 Euro, was den Einsatz auf Profis und Semiprofis beschränkt.

Das Problem ist weniger, dass man weiß, wo der Hund aktuell ist. Bei Rettungshunden muss man eher wissen, wo sich die Tiere exakt bewegt haben.

Der Sender lebt mit einer Akkufüllung bis zu 36 Stunden, sagt Garmin.

Hier sucht Leni während einer Übung den Isarkanal nach einer untergegangenen Person ab. Deswegen sollte ein Senderhalsband auch richtig wasserfest sein.