Navi-Aussteller auf der IFA

Geschrieben am 9 August 2010  von Gerhard Bauer

TomTom, Navigon, Becker, Falk, Garmin und Co. haben bereits angekündigt, auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin wieder viele Neuheiten zu präsentieren.

TomTom, immer noch unbestrittener Marktführer weltweit, hinkt mit seinen Produktankündigungen der Realität leider immer weiter hinterher. Das ursprünglich für Juli geplante Spitzenmodell Go 1000 Live wird hoffentlich ab der IFA auch im Handel erhältlich sein. Der Hersteller hat mit seinem Topmodell bereits das komplette Sommergeschäft versäumt, so dass jede weitere Verspätung fatal wäre.
Die Modelle Start² und XL² sind trotz ihrer extremen Funktionseinschränkungen ziemlich erfolgreich. Der Verkaufs-Überflieger des Sommers in der Produktpalette des niederländischen Herstellers ist aber unangefochten das TomTom XXL mit seinem 5 Zoll (12,7 cm) großen Touchscreen, das zur IFA schon fast seinen ersten Geburtstag feiert. Wir erwarten, dass der Hersteller in diesem Größensegment noch mehr Engagement zeigt: Neben dem Go 1005 Live, dem neuen Spitzenmodell mit 5 Zoll großem Bildschirm, erwarten wir auch ein weiteres Navi, das die Ausstattung eines XXL mit einem Live-Modul kombiniert. Sie finden TomTom in Halle 9 auf Stand 209.

Garmin wird auf der IFA mit einer neuen Modellreihe punkten, die mit einer wirklichen technologischen Neuerung ausgerüstet ist: PhotoReal Junction View zeigt Abbiegungen und Abzweigungen aus einer Mischung von gespeicherten Fotos sowie Vektorgrafiken, die aus dem Kartenmaterial abgeleitet werden.
Nach langer, langer Zeit wirft Garmin, das neuerdings seinen finanzrechtlichen Sitz in der Schweiz hat, die ersten Modelle aus der ganz alten 2xx-Baureihe aus dem Lieferprogramm. Nach wie vor erhältlich sind aber das nüvi 255T und größer, die 7×5-Modelle und das nüvi 865 Tpro mit umfassender Sprachsteuerung. Der US-Hersteller sieht das ganz pragmatisch: Solange die Produkte verkauft werden, wird sie Garmin auch produzieren.
Die 1xxx-Modellreihe ist sowieso ein Selbstläufer, wir haben aber den Eindruck, dass die Kunden die Produkte nicht immer eindeutig unterscheiden können. Außerdem hat die 1xxx-Reihe zwei nicht zu unterschätzende Probleme: Die Software sieht genauso altbacken aus wie beim seligen nüvi 200 viele, viele Jahre zuvor, und EcoRoute funktioniert nach wie vor nicht mal ein bisschen. Diese Funktion könnte theoretisch Treibstoff und damit auch CO2 und – ganz profan – Geld sparen, aber man muss lange nach einer Route suchen, auf der das tatsächlich der Fall ist. EcoRoute ist für amerikanische Verhältnisse konzipiert, aber in Deutschland praktisch nie brauchbar.
Leider können wir bis jetzt nicht verraten, in welchen Geräten PhotoReal Junction View eingesetzt wird, dafür bitten wir um Ihr Verständnis. Sie können sich aber selbst die aktuellen Garmin-Modelle ansehen: Sie finden Garmin auf Stand 210 in Halle 9.

Navigon zeigt seine Produkte im Rahmen der IFA auf einer Pressekonferenz, die am Donnerstag, den 2. September, von 12 bis 13 Uhr stattfinden soll. Zu dieser Zeit wird der Hamburg-Würzburger Hersteller also wohl seine neuen Produkte vorstellen, die man ab dem folgenden Tag dann auch am Stand 203 in Halle 9 bestaunen kann.
Navigon wird praktisch alle seine Baureihen auf das neue Easy/Plus/Premium-Konzept umbauen: Mindestens die Baureihen 13xx, 14xx, 24xx, 33xx, 43xx, 63xx, 73xx und 84xx werden zur Internationalen Funkausstellung komplett erneuert.
Leider können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr verraten. Wir garantieren aber, dass der Navigon-Stand sehr interessant sein wird.

United Navigation kann von der Vereinigung der Marken Falk und Becker nach wie vor profitieren.
Falk hat bereits angekündigt, was man auf der IFA sehen kann: Die R-Serie mit 3,5-Zoll-Bildschirm ist der Nachfolger der M-Klasse, und die S-Klasse (mit 4,3 Zoll großen Displays) wird die F-Modellreihe ablösen. Ganz oben an der Falk-Produktpalette wird die Vision-Baureihe bleiben.
Das günstigste neue Modell, das R350 erhalten Sie mit kompletter Europakarte und TMC für 169,95 Euro, die anderen Modelle kosten 179,95 Euro oder 199,95 Euro. Besonderheiten wie ein 5-Zoll-Gerät vermisst man noch völlig im Falk-Katalog, so dass wir eigentlich auf ein T-Modell mit extra großem Bildschirm warten.
Um Becker ist es in den letzten Monaten sehr ruhig geworden, obwohl die Produkte des von Falk übernommenen Herstellers nach wie vor recht gefragt sind. Zur CeBIT (3. März 2010) wurden die Modelle Z213 und Z215 vorgestellt, die Einsteigermodelle Z113 und Z116 zeigte der Hersteller erstmals im November 2009. Wir rechnen deswegen damit, dass auch die beiden kleineren Navis jetzt langsam runderneuert werden. Grundsätzlich erwarten wir von Becker keine Überraschungen, das muss aber auch gar nicht sein. Absolut wünschen würden wir uns aber, dass das Kartenmanagement von Falk (u.a. Garantie auf die aktuellste Kartenversion) auf die Becker-Navis ausgedehnt wird.

Öffnungszeiten

Die IFA ist geöffnet von 3. bis 8. September 2010 im Berliner Messegelände, täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet an der Tageskasse 15 Euro. Die auf 11 Euro ermäßigten Tageskarten können gekauft werden von Studenten, Auszubildenden, Wehrpflichtigen, Zivildienstleistenden oder Schwerbehinderten. Eine Schülerkarte kostet 6 Euro (Nachweis erforderlich!). Zum Sparen gibt’s Halbtageskarten, die nur von 14 bis 18 Uhr gelten für 9 Euro. Ein Familienticket für einen ganzen Tag erlaubt den Eintritt für zwei Erwachsene und drei Kinder, es kostet 31 Euro. Damit werktags das Messegelände auch so richtig voll wird, verkauft der Messeveranstalter auch sogenannte Schulklassentickets für 35 Euro: Für diesen eher symbolischen Betrag darf eine ganze Schulklasse inklusive zwei Lehrern rein. Das Schulklassenticket ist aber nur im Vorverkauf erhältlich.

Für Navi-Anwender interessant ist in erster Linie die Halle 9. Weil es aber immer weniger Hersteller in diesem Marktsegment gibt, und die Halle sonst richtig leer wäre, wird in diesem Jahr die Halle 9 wie schon so oft aufgefüllt mit Institutionen, die praktisch für lau an die Quadratmeter kommen, wie beispielsweise dem „Bundesamt für Strahlenschutz“ (Stand 307) oder – die Invasionsarmee für Hallenplatz, den sonst gar keiner will – der Bundeswehr (Stand 114, Personalamt der Bundeswehr, Abt. Messen und Eventmarketing aus Köln).

Bei allem Respekt und aller Liebe: Wenn die Messeveranstalter irgendwann mal lernen, dass Fachbesucher auch etwas länger an einem Stand bleiben wollen (oder müssen), dann wird die IFA noch viel angenehmer. Es ist vollkommen unmöglich, dass um 18.30 Uhr (?) alle offiziellen Ausgänge bis auf ein paar 'Geheimtore' verschlossen werden. Unser Tipp: Am Kleinen Stern, nordwestlich vom Funkturm, kommen Sie in Richtung Norden immer raus.