Navimarkt Deutschland: -25 %

Geschrieben am 28 August 2010  von Gerhard Bauer

Im ersten Halbjahr 2010 ist der Umsatz mit Navigationssystemen gegenüber dem Vorjahr um über 25 Prozent geschrumpft! Damit wird der Trend des ersten Quartals noch verstärkt, denn bereits da sind die Umsätze um 19 Prozent gesunken.

Wie man in der Tabelle sieht, ist der Umsatzrückgang sowohl auf weniger verkaufte Einheiten als auch auf den zu erwartenden allgemeinen Preisverfall zurückzuführen.

Die Branche ist aber nicht sehr beunruhigt, denn normalerweise sind das erste und zweite Quartal jedes Jahres traditionell eher schwach. Zusätzlich ist es der Branche in diesem Jahr auch nicht wirklich geglückt, neue Akzente zu setzen.


Die Probleme der einzelnen Hersteller:

  • TomTom wollte ursprünglich noch vor der Urlaubssaison (also spätestens zum Ende des zweiten Quartals) die neue Go-1000-Live-Modellreihe inklusive allen Ablegern in den Handel bringen. Wie wir heute wissen, werden diese Geräte frühestens ab September oder Oktober erhältlich sein. Und die Modelle Start² und XL² schafften es ebenfalls nur schwer, an den Erfolg der Vorgängermodelle anzuknüpfen: Die Strategie, Einsteigergeräte auf extrem wenige Funktionen abzumagern, kam nicht bei allen Kunden gut an.
  • Garmin schafft es zwar regelmäßig mit gutem Erfolg, neue Modellvarianten der nüvi 2xx zu erzeugen, dafür kam das neue nüvi 3790T aber erst relativ spät in den Handel, so dass dieser Hersteller damit sein zweites Quartal nicht mehr retten konnte. Dass EcoRoute HD seit seiner Präsentation im Januar 2010 immer noch nicht lieferbar ist, stärkte den Unmut in der Garmin-Gemeinde.
  • United Navigation mit seinen Marken Becker und Falk dürfte ein schwaches erstes Halbjahr hinter sich haben. Die High-End-Baureihe Z213 und Z215 sowie das LKW-Modell Z217 und die Mittelklassegeräte Z113 und Z116 verkauften sich schlechter als erwartet. Es könnte sein, dass Beckers Image wegen des sehr enttäuschenden Kartenhandlings rund um seine Latest Map Garantie erheblich gelitten hat.
    Falk, die zweite Marke von United Navigation, fing gegen Ende des ersten Halbjahres an, die Modelle Vision 500 und Vision 700 auszuliefern, für einen echten Zuwachs an Marktanteilen kamen sie aber definitiv zu spät. Gleichzeitig kannibalisierten die Visions die Verkäufe bei den eher hochpreisigeren F-Modellen.
  • Navigon dürfte einer der Gewinner des ersten Halbjahres sein. Die neue Modellpolitik mit wenigen Hardwarevarianten, die in unterschiedlichen Softwareumfängen erhältlich sind, kommt bei den Anwendern sehr gut an. Das gleiche gilt für die Modellpflege bei Navigon: Neue Funktionen wie der aktive Fahrspurassistent, Panorama View, Landmark View und City View, aber auch die sehr zuverlässige Kartenupdatepolitik machen die Anwender zufrieden. Außerdem schafft sich Navigon auf diese Weise eine hervorragende Basis, um den Kunden unter Umgehung des Handels direkt via Internet zusätzliche Softwarefunktionen anzubieten.

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Die Gewinner des ersten Halbjahres

Der Markt für Fernsehgeräte wächst immer noch: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind die Umsätze um 12,3 Prozent gestiegen. Es könnte aber sein, dass es hier nicht so weitergeht, weil erste Trends absehbar sind, dass die mit viel Trara beworbenen 3D-Geräte nicht angenommen werden. Scheinbar wollen sich die Anwender nicht mit klobigen Brillen vor den Fernseher setzen.
Völlig unerwartet ist der Zuwachs bei Satellitenempfängern: Die Stückzahlen stiegen um 36 und der durchschnittliche Verkaufspreis um 14 Prozent! Scheinbar rüsten jetzt viele Anwender auf HD-Technik um und entdecken zusätzlich Komfortfunktionen wie das Festplattenrecording. Im Sinken begriffen sind auch die Verkäufe bei DVD-Recordern sowie CD- und DVD-Medien – scheinbar wird weniger kopiert.

Alle Zahlen beruhen auf dem Cemix, dem Consumer Electronics Marktindex Deutschland, der erhoben wird von der GFU (Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik), dem BVT (Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V.) und der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung).