Navteq: Sprachbefehle in neuer Qualität

Geschrieben am 2 September 2010  von Gerhard Bauer

„In 50 Metern rechts abbiegen“ ist out, mit Navteq Natural Guidance sagt ein Navi künftig „biegen Sie nach dem gelben Gebäude rechts ab“ oder „biegen Sie an der zweiten Ampel links ab in die Sackgasse“. Möglich wird das durch Orientierungspunkte im digitalen Kartenmaterial, die für die Routenbeschreibung genutzt werden.

Damit sich der Fahrer besser konzentrieren kann, nutzen Navigationsanwendungen mit Navteq Natural Guidance zur Ansage des nächsten Fahrmanövers leicht verständliche Referenzpunkte mit hohem Wiedererkennungswert.

Tiffany Treacy, Senior Vice President of Product Management, sagt dazu „Die Lösung verändert das bisherige Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, dem Navigationssystem, wie wir es seit Jahren kennen. Fahrhinweise hören sich mit Navteq Natural Guidance so an, als würden sie von einem Freund kommen, der mitfährt.“.

Die Einbindung der in Natural Guidance erfassten Objekte in Sprachhinweise ist immer abhängig vom jeweiligen Kontext. Sie hängen ab vom Zielobjekt, von der Größe der Umgebungsmerkmale oder von der Jahreszeit – wenn im Sommer Bäume die Sicht auf ein Denkmal verhindern können, wird es nicht mehr berücksichtigt.

Navteq Natural Guidance ist derzeit verfügbar für Berlin, München, Paris, London, Chicago, Los Angeles und den Großraum Delhi. Bis Ende 2011 will Navteq viele weitere Städte in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum erfassen. Das ist durchaus realistisch, denn Navteq benutzt für die Straßenerfassung die neuen
Navteq-True-Systeme, die mit Kombinationen aus Lidar sowie Panorama und hochauflösenden normalen Kameras arbeiten. Damit hat Navteq den Vorteil, dass quasi vollautomatisch exakte 3D-Modelle von Gebäuden aufgenommen werden. Googles StreetView kann das bei weitem nicht, weil deren Kameras nur normale Bilder erfassen. Das Navteq-True-System erzeugt komplette Drahtgittermodelle einschließlich Hindernisse, Breiten- oder Höhenbeschränkungen.

Navteq Natural Guidance kann nicht vom Endanwender selbst ins Navi integriert werden. Navteq bietet dieses Feature allen Navi-Herstellern an, die diese Technik bei Navteq lizenzieren müssen und sie dann in ihre Produkte einbauen können.

Die Daten für Natural Guidance sammelt Navteq unter anderem mit diesen Fahrzeugen. Oben auf dem Dach befinden sich Kameras, deren Aufnahmen nach den Fahrten ausgewertet werden.


Schaut ein bisschen 'gebastelt' aus, funktioniert aber: diese Sensoren erfassen beispielsweise Brückendurchfahrtshöhen auf der gesamten Breite der Brücke, Gebäude links und rechts neben der Straße sowie deren Texturen.