Neue Navis von Garmin

Geschrieben am 2 September 2010  von Gerhard Bauer

Zur IFA präsentiert der amerikanische Weltmarktführer Garmin zwei komplett neue Navi-Modellreihen und ein überarbeitetes Navi mit Live-Anbindung.

Das wichtigste Feature der neuen Modelle ist zweifelsohne die „Garmin Photo Real 3D Kreuzungsansicht“ für einfachere und schnellere Orientierung. Bisher wurden die statischen Ansichten von Autobahnkreuzen und -ausfahrten auf Basis des digitalen Kartenmaterials interpoliert. Die neuen Navis bieten dagegen Ansichten der echten Kreuzungen, so wie man sie auch draußen vor Ort sieht. Außerdem zoomt sie Wegweiser groß, so dass man sie schon auf dem Navi-Display lesen kann, bevor man das in der Wirklichkeit kann. Spuren, auf die man sich einordnen soll, markieren die Navigationsgeräte mit leuchtend pinkfarbenen Pfeilen.

Das neue Garmin nüvi 2250T wird das neue Einstiegs-Navigationsgerät.

Die beiden neuen Baureihen 22xx und 23xx positioniert Garmin in der Einsteiger- bis zur gehobenen Mittelklasse. Erwartungsgemäß sind die 22xx-Modelle mit einem 3,5 Zoll oder 8,9 Zentimeter großen Bildschirm ausgestattet und die 23xx-Geräte mit einem 4,3 Zoll oder 10,9 Zentimeter messenden Display.

Wie üblich bastelt Garmin aus den beiden Baureihen dank unterschiedlicher Softwareausstattung mehrere Varianten. Definitiv angekündigt sind bisher die Modelle 2250(T), 2340T, 2350T und 2360T. Garmin-Experten können aus diesen Infos nun schon die wichtigsten Ausstattungsdetails ableiten, denn dieser Hersteller folgt immer den gleichen Regeln: Ein Modell mit der 40 am Ende besitzt eine Karte von Mitteleuropa, die mit der 50 eine Karte von ganz Europa und die mit der 60 ebenfalls ganz Europa sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung für ein kompatibles Handy sowie eine Sprachsteuerung. Die mit einem T gekennzeichneten Geräte werden mit einem Empfänger für TMC oder Premium-TMC geliefert. Leider verfügen nach aktuellen Infos nur die Modelle mit einer 50 oder 60 am Ende über eine Anzeige für das jeweilige Tempolimit.

Das Garmin nüvi 2350T verfügt über Kartenmaterial von ganz Europa, nüRoute und natürlich die Photo Real 3D Kreuzungsansicht.

Die 4,3-Zoll-Modelle sind mit der bereits vom nüvi 3790T bekannten nüRoute-Technologie ausgerüstet. Dieses Feature besteht eigentlich aus zwei Komponenten: Technisch entspricht Garmin trafficTrends eigentlich den Traffic-Patterns des Kartenlieferanten Navteq. Damit berücksichtigt das Navigationssystem alle Straßen nicht mit Standardgeschwindigkeiten, sondern mit tages- und uhrzeitabhängigen realen Geschwindigkeitswerten. Durch die zweite Komponente myTrends bieten die nüvis Ihnen – wieder abhängig vom Wochentag und von der Uhrzeit – Ihre Ziele an. An einem Werktag Morgen wird Ihnen das nüvi ganz oben in den Favoriten die Firma anzeigen, weil Sie werktags in der Früh immer dort hin fahren. Nach der Arbeit wird Ihr Zuhause ganz oben stehen, und am Donnerstag Abend vielleicht der Sportclub.

Das nüvi 2360T kann zusätzlich auf Wunsch auch hochkant betrieben werden, eine Funktion, die erstmals beim 3790T eingeführt wurde, und die scheinbar recht gut bei den Anwendern ankommt: Denn im Regelfall will man ja wissen, was vor dem Fahrzeug auf einen wartet, und nicht, woran man gerade seitlich vorbeifährt. Alle neuen Geräte unterstützen natürlich auch Fußgängernavigation und bieten mit Hilfe der optionalen cityXplorer-Karten auch die Navigation unter Berücksichtigung des ÖPNV.

Die Modelle der nüvi 22xx- und der nüvi 23xx-Baureihe sollen ab Oktober im Handel verfügbar sein. Die Preise beginnen bei 159 Euro beziehungsweise 189 Euro.

Garmin nüLink! 1695

Das Garmin nüLink 1695 ist ein 5-Zöller mit eingebautem Datenfunkmodul.

Garmin stellt dem bisher einzigen nüvi mit Online-Anbindung einen großen Bruder zur Seite. Das ist durchaus wörtlich gemeint, denn das nüLink 1695 ist mit einem 5 Zoll oder 12,7 Zentimeter großen Bildschirm ausgerüstet. Natürlich verfügt auch das 1695 über die nüRoutes-Technologie mit trafficTrends und myTrends sowie die Photo-Real-3D-Kreuzungsansicht.

Überarbeitet und stark erweitert wurden die Garmin-Live-Dienste. Verkehrsinformationen erhält das nüLink 1695 von Navteq Traffic, dem ehemaligen TMC Pro. Diese profitieren ganz enorm von dem neuen Verbreitungsweg, denn via Online-Verbindung fallen natürlich die Verzögerungen über die Ausstrahlung der Radiosender weg. Gleichzeitig dient jedes nüLink-Navigationsgerät – völlig anonymisiert – auch als aktiver Melder für die Verkehrsinformationen. Navteq Traffic hat übrigens die Abdeckung für Verkehrsinfos stark erweitert, weil jetzt auch mittlere Straßen inklusive Flowdaten(!) erfasst werden.

Ein neuer Dienst ist die dynamische Parkauskunft, die über freie Plätze in den städtischen Parkhäusern einschließlich der fälligen Kosten informiert. Auch die Garmins informieren jetzt über preiswerte Tankstellen entlang der Strecke oder im Umkreis um den jeweiligen Standort. Dazu gibt es nach wie vor die wie wir finden sehr nützlichen Fluginformationen, die Google-Onlinesuche und – auch darauf würden wir nur ungern verzichten – die Adresssuche im Telefonbuch: Da geben Sie nur noch den Namen und Wohnort der zu besuchenden Person ein und das Navi sucht die entsprechende Adresse raus.

Mit diesen nüLink-Features ist aber noch nicht Schluss. Gegen vergleichsweise niedrige Aufpreise kann man beispielsweise einen Wetterradar, Unwetterwarnungen in Echtzeit oder eine elektronische Telefonauskunft erwerben.

Das ab Werk installierte Kartenmaterial stammt von Navteq und deckt 44 europäische Länder ab. Das natürlich ebenfalls mit einer Bleutooth-Freisprecheinrichtung versehene nüLink 1695 soll noch im Oktober 2010 lieferbar sein, der Verkaufspreis wird 299 Euro betragen. Während der ersten 12 Monate sind die Live-Dienste kostenlos, danach kostet jedes Jahr 49,99 Euro.

Glücklicherweise verlässt sich Garmin auch weiterhin auf die absolut bewährten Kugelkopfhalterungen, hier beim nüvi 2350T.