HD-Traffic: Mehr als 1 Mio. Anwender

Geschrieben am 2 September 2010  von Gerhard Bauer

HD Traffic ist ein Teil der kostenpflichtigen TomTom-Live-Dienste, der Hersteller verlangt aktuell noch 49,90 Euro pro Jahr. Dafür erhält man den laut TÜV Süd genauesten und zuverlässigsten Verkehrsinformationsdienst. HD Traffic wird im Gegensatz zu TMC und Premium-TMC nicht über Radiosender verbreitet, sondern via GPRS-Module von den einzelnen Navigationsgeräten abgerufen bzw. aktiv auf diese gesendet. Die angegebenen jährlichen Kosten beinhalten nicht nur die Bereitstellung der Informationen, sondern auch die Datenübertragungen von der Verkehrsrechenzentrale TomToms auf das Endgerät.

Beim Start von HD Traffic wurden drei Datenquellen genannt: Für den redaktionellen Background wie Baustellen, langfristige Straßensperren oder im Voraus bekannte Verkehrsprobleme zugekaufte TMC-Infos, dazu die Bewegungsdaten aus den eigenen Geräten (jedes TomTom-Live-Navi schickt seine Bewegungsdaten anonym an den Server zurück) sowie Floating-Phone-Daten aus dem Vodafone-Handynetz. Nun stellt eine Million HD-Traffic-Empfänger auch eine Million HD-Traffic-Verkehrsmelder dar. Bisher bezeichnete man diese Daten als Floating-Device-Data, aktuell scheint sich der Begriff Probe-Data einzubürgern. Wie es der Teufel will, ist etwa eine Million aktiver Verkehrsmelder ziemlich genau die Zahl, die man braucht, um Deutschland ohne weitere Informationsquellen abzudecken – nur noch mit den HD-Traffic-Anwendern, die mit ihren Fahrzeugen von A nach B fahren, dabei gegebenenfalls auf Staus stoßen und ohne es zu bemerken alle anderen Fahrzeuglenker davor warnen. Diese aktuelle Million Anwender fährt nicht nur in Deutschland, aber es ist abzusehen, dass sehr bald alleine in Deutschland eine Million Anwender unterwegs sein werden.

Nach einer etwas vollmundigen Pressemeldungen eines Mitbewerbers, der für sich proklamiert, „jeden Tag aufs neue zu beweisen, dass er der beste Anbieter für hochwertige Verkehrsservices in Deutschland ist“, es aber gleichzeitig ablehnt, dies zu beweisen oder Quellen für diese Feststellung zu nennen, hat TomTom einige Spezialisten zu HD Traffic befragt:

Prof. der theoretischen Physik Michael Schreckenberg, Forscher und Experte im Bereich Verkehr an der Universität Duisburg-Essen sagt: „HD Traffic von TomTom spielt in einer Liga für sich. Andere Verkehrsinformationsservices vermitteln den Fahrern lediglich Fragmente der tatsächlichen Verkehrssituation und sind in Wahrheit nicht nützlich. Da HD Traffic anonymisierte Daten aus verschiedenen Quellen wie GPS-Messergebnisse von Navigationsgeräten, Mobiltelefonen und Störungsinformationen von Straßensensoren verwendet und in Echtzeit kombiniert, vermittelt HD Traffic dem Fahrer das derzeit genaueste und aktuellste Bild der Verkehrslage.“

Transport und Verkehrsexperte Prof. Dr. Reinhart Kühne, Leiter Verkehrsstudien beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, sagt: „Eine Million Live-Geräte ist ein sehr bedeutender Meilenstein in dieser Branche. Die Live-Navigationsgeräte von TomTom liefern immense, hochwertige und unabhängige „floating data“, die helfen, die Qualität der Stauerkennung zu verbessern. Wenn die Entwicklung bei TomTom so voranschreitet, dann ist es durchaus realistisch, dass der Traum der Verkehrsingenieure wahr wird: sich selbst regelnder Verkehr. Das ist der Grund, warum die Verkehrsexperten die Vision der verbundenen Fahrzeuge von TomTom mit so großer Spannung verfolgen.“

Ralf-Peter Schäfer, Traffic Director TomTom, sagt: „Die Funktionsweise der verfügbaren Verkehrsinformationsdienste variiert. Wir glauben, dass es höchste Zeit ist auf einen einheitlichen Standard zu setzen und wir haben mit HD Traffic einen Industrie-Benchmark gesetzt. Kunden haben bezüglich der Genauigkeit ihres Verkehrsinformationsservices falsche Vorstellungen, da jeder Anbieter behauptet die größte Abdeckung zu bieten. Wir dagegen wissen, dass die Abdeckung alleine keinerlei Aussage über die Qualität zulässt. Erst wenn eine große Abdeckung mit genauen Informationen zu Verkehrsstörungen sowie einer hohen Aktualisierungsfrequenz kombiniert wird, kann der Anwender einen echten Nutzen daraus ziehen.“