TomTom schafft Staus ab

Geschrieben am 30 September 2010  von Gerhard Bauer

TomTom will mittel- bis langfristig die Belastung durch Staus für jeden Autofahrer abschaffen. In einer zehnseitigen Erklärung verspricht der Firmenchef Harold Goddijn, Staus zu reduzieren, um das existierende Straßennetz effizienter zu nutzen. Schon heute kann die Verwendung eines TomTom-Navis die Reisezeit um bis zu 15 Prozent reduzieren.

TomTom will nun die Reisezeit für jeden Verkehrsteilnehmer, auch wenn er oder sie gar kein TomTom-Navi benutzt, um bis zu 5 Prozent reduzieren, indem der Verkehr besser verteilt wird. TomToms Plan: Wenn 10 Prozent aller Fahrzeuglenker HD Traffic von TomTom nutzen würden, hätte das positive Auswirkungen auf den gesamten Verkehr: Denn diesen 10 Prozent wird vom Navi eine Route vorgeschlagen, die den Stau oder die Verkehrsbehinderung umgeht. Die Verringerung der Zahl der Stauteilnehmer um 10 Prozent würde helfen, die Verkehrsbehinderung schneller aufzulösen oder den Verkehr an dieser Stelle schneller fließen zu lassen.

HD Traffic als definitiv schnellste Möglichkeit, einen Stau zu erkennen, zu melden und ihn zu umfahren, könnte schon bei einer Marktdurchdringung von 10 Prozent den gesamten Verkehr gleichmäßiger verteilen. Damit können Staus wegen Überschreitung der Verkehrskapazitäten schon in der Anfangsphase erkannt, umfahren und damit auf ein Minimum reduziert werden.

Dieses ehrgeizige Ziel will TomTom mit vier Maßnahmen erreichen:

  • TomTom will Verbraucher anregen und ermutigen, aktiv zur Staureduzierung beizutragen.
    TomTom will mittels IQ-Routes und HD Traffic den Fahrzeuglenkern zeigen, wieviel Zeit man spart, weil man seine Fahrt auf verkehrsarme und damit stauarme Termine legt. Natürlich sind die üblichen Schlaumeier-Vorschläge der führenden Autoclubs wie „fahren Sie am Dienstag in den Urlaub“ völliger Unsinn, weil niemand in der Urlaubssaison von Dienstag bis Dienstag ein Zimmer bekommt, aber schon das Verschieben der Abfahrtszeit kann mehrere Stunden der gesamten Reisezeit sparen.

  • TomTom wird die Verfügbarkeit von HD Traffic erhöhen.
    Die Version 4.0 der HD-Traffic-Technologie arbeitet mit einer nochmals verfeinerten Abdeckung, außerdem werden mit Einführung der neuen Navigationsmodelle Go Live 1000 und Go Live 1005 insgesamt 15 Länder abgedeckt. „In den nächsten Jahren“ will TomTom die Zahl der von HD Traffic erfassten Länder auf 29 erweitern. Außerdem soll Verkehrsinformationen aus HD Traffic auch über Radiosender verbreitet werden, genauso wie heute das öffentlich-rechtliche TMC oder das privat betriebene Navteq Traffic (ehemals TMC Pro). Auch Dritte erkennen mittlerweile an, dass TomToms Verkehrsinformationsdienst qualitativ führend ist, wie die Lizenzierung von HD Traffic durch Renault und Mazda beweist.

  • TomTom will bei der kontinuierlichen Verbesserung von Verkehrs- und Routingtechnologien tonangebend und wegweisend sein.
    Bei den Themen „Gewinnung von Verkehrsinformationen“ und „Verbreitung von Verkehrsinformationen“ ist TomTom technologisch sehr weit vorne. Unangefochtener Spitzenreiter ist TomTom, wenn man die Stückzahlen der im Markt befindlichen Live-Navigationsgeräte miteinbezieht: Aktuell gibt es weltweit knapp 1,4 Millionen und in Europa mehr als eine Million Live-Geräte mit HD-Traffic, die nicht nur ihren Besitzern den nächsten Stau melden, sondern auch Informationen über den aktuellen „Verkehrsfluss“, in dem das eigene Auto und damit das Navi stecken, an das HD-Traffic-Rechenzentrum von TomTom sendet.

  • TomTom will die wichtigsten Akteure und Interessenvertreter zusammenbringen, um Ideen auszutauschen und wichtige Schritte einzuleiten.
    TomTom wird in Zukunft einen jährlichen Verkehrsgipfel mit den „Besten der Branche“ veranstalten. Regierungen und Verwaltungen will man bei der Verkehrsplanung beraten, um Staus zu prognostizieren und nach Möglichkeit zu vermeiden. Partnerschaften mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen sollen Wege zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes aufzeigen. TomTom möchte auch Studenten und Forscher zusammenbringen, um erstere für die entsprechenden Themenbereiche zu begeistern.

Harold Goddijn, Chef von TomTom, hat große Absichten.

Für die Zukunft hat TomTom außerdem angekündigt, man wolle „aktive Fahrer der TomTom Gemeinschaft für ihren Einsatz belohnen“. Auch Live-Geräte, die aktuell keine Route anzeigen, sondern nur die Kartenansicht mitlaufen lassen, übertragen ständig an die HD-Traffic-Rechenzentrale Infos über den Verkehrsfluss. Wie die Besitzer eines solchen Navis belohnt werden, ist noch nicht bekannt. Wir rechnen damit, dass vielleicht besondere Vergünstigungen bei der Verlängerung des HD-Traffic-Abonnements ermöglicht werden. Die Partner, also der Handel, soll unterstützt werden, den Verbrauchern einen Anreiz für das Upgrade auf ein Navi mit Live bzw. HD Traffic zu bieten. Außerdem will TomTom selbst die Verbraucher informieren über die positiven Folgen einer Änderung des Fahrverhaltens, aber auch über die positiven Folgen von HD Traffic.

Das abschließende „Versprechen“ von TomTom möchten wir im Wortlaut zitieren:

Unser Engagement für die globale Verringerung von Staus ist tief verwurzelt. Wir setzen uns langfristig für dieses Ziel ein.
Wir haben ein ganz genau definiertes Ziel vor Augen: Wir wollen weniger Staus, indem wir das bestehende Straßennetzwerk optimal nutzen.
Wir werden über die Fortschritte unserer Bemühungen klar und offen kommunizieren.
Wir versprechen, dass wir stets alles in unserer Macht stehende unternehmen werden, um die Zahl an Staus zu verringern.
Anne Frank schrieb: „Wie schön, dass man nicht warten muss, bevor man anfangen kann, die Welt zu verbessern.“
Dem können wir bei TomTom nur beipflichten. Nichts wird uns aufhalten.