TomTom: Umsatz +3 Prozent

Geschrieben am 20 Oktober 2010  von Gerhard Bauer

Der niederländische Navi-Hersteller TomTom hat heute eher mäßige Quartalszahlen für den Zeitraum Juli bis September 2010 vorgestellt.

Verglichen mit dem 3. Quartal 2009 konnte der Umsatz zwar um 3 Prozent auf 374,9 Millionen Euro gesteigert werden, der Gewinn nach Steuern sank aber um 37 Prozent auf 19,1 Millionen Euro. Der bisherige Gewinn in den ersten drei Quartalen beträgt 55,5 Millionen Euro.

Sehr interessant ist die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche: Die Consumer-Sparte erzielte mit 293 Millionen Euro exakt den gleichen Umsatz wie im gleichen Quartal 2009. Der Bereich Automotive kümmert sich um die Implementierung von TomTom-Navigationsknowhow in Festeinbaugeräte der Autohersteller. Er wuchs von 28 Millionen Euro auf 41 Millionen Euro. Der Bereich Licensing, der Verkauf von Tele-Atlas-Kartenmaterial an Dritthersteller ging abermals zurück von 35 auf 28 Millionen Euro. Die Business-Solutions-Sparte konnte ihren Umsatz von 9 Millionen Euro im Quartal auf 13 Millionen Euro steigern.

Bemerkenswert ist die Umverteilung der Marktanteile in Europa: TomTom konnte abermals 3 Prozent hinzugewinnen und liegt jetzt bei 48 Prozent. Insgesamt wurden im 3. Quartal 2010 3,4 Millionen Navigationsgeräte umgesetzt, so dass auf TomTom 1,6 Millionen Geräte entfallen. In Nordamerika (USA und Kanada) wurden im 3. Quartal insgesamt 2,8 Millionen Navis verkauft. Entsprechend dem Marktanteil von 25 Prozent entfallen damit auf TomTom 700.000 Geräte.

Mitverantwortlich für die enttäuschenden Zahlen sind die extrem späte Auslieferung der neuen TomTom-Spitzenmodelle aus der Go-100x-Baureihe. Aufgrund der Anfang August neu angekündigten, aber noch nicht ausgelieferten Modelle verhielten sich die Käufer noch zurückhaltender. Eine bessere Marketingstrategie hätte wahrscheinlich dieses Problem verhindern können.

Gleichfalls nicht erfolgreich war die Marketingkampagne von Mai bis Juli 2010, als noch gar kein neues Produkt beworben werden konnte. Im 2. Quartal 2010 wurden fürs Marketing 24 Millionen Euro ausgegeben, im weniger verkaufsträchtigen 3. Quartal nur noch 17 Millionen Euro. Das nächste Verkaufshoch müsste zum Weihnachtsgeschäft stattfinden, hier will TomTom die Ausgaben deutlich steigern.

Aktuell mehren sich Gerüchte, nach denen TomTom vor der Übernahme durch ein Unternehmen steht, das es in erster Linie auf das Tele-Atlas-Kartenmaterial abgesehen haben soll. Die meisten Brancheninsider vermuten, dass Google langsam aber sicher immer mehr TomTom-Aktien kauft. Das soll auch der Grund sein für den Anstieg des Börsenkurses. Ende September kostete eine TomTom-Aktie noch 4,50 Euro, heute steht sie bei 6,20 Euro.