Illegale Radarwarner im Kommen

Geschrieben am 16 November 2010  von Gerhard Bauer

Illegale Radarwarner sind derzeit wieder groß im Kommen. Jüngstes Beispiel ist der Mini Coyote V2, der über Amazon für 180 Euro angeboten wird. Der Mini Coyote ist ein GPS-Empfänger mit einer eingebauten Datenbank und einem GPRS-Datenfunkmodul. Das Gerät empfängt das GPS-Satellitensignal und ermittelt daraus seinen eigenen Standort, die Geschwindigkeit und gegebenenfalls seine Fahrtrichtung. Die momentane Position gleicht er ständig ab mit einer eingebauten Blitzer-Datenbank: Wenn er in die Nähe eines mobilen oder fest installierten Blitzers kommt, warnt er den Fahrer entsprechend.

Der Clou ist aber das eingebaute GPRS-Datenfunkmodul: Wenn der Fahrer einen tatsächlich betriebsbereiten mobilen Blitzer sieht, soll er einen Knopf am Gerät drücken. Über das Datenfunkmodul wird diese Position an alle anderen Coyote-Nutzer im Umkreis verbreitet. Auf diese Weise – so die Werbung des Herstellers – wird man rechtzeitig durch andere vor einem neu aufgestellten Blitzer gewarnt.

Den GPS-Empfänger mit der hinterlegten Blitzerdatenbank ist im Prinzip nichts besonderes, entsprechende Geräte gibt es für ein Drittel des hier verlangten Preises via Internet. Der besondere Clou des Coyote ist die mobile Datenübertragung, die allerdings nur für die ersten 3 Monate kostenlos ist. Anschließend muss man für die Datenübertragung und die Bereitstellung der Dienste happige Gebühren zahlen: Ein 12-Monats-Abo für Europa kostet 144 Euro, für 24 Monate zahlt man 249 Euro.

Nun ist es in Deutschland nach §23 Absatz 1b der Straßenverkehrsordnung verboten, „…ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige [im Sinn einer vorherigen Warnung, Anm.] vorn Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).“

Der Bußgeldkatalog sieht pro Fall einen Regelsatz von 75 Euro zuzüglich Bearbeitungsgebühr plus vier Sammelpunkte in Flensburg vor. Aus diesem Grund betreibt der ursprünglich aus Frankreich stammende Anbieter Coyote auch keinen deutschen Vertrieb. Regelmäßig, gerade in der Geschenkesaison, passiert es aber, dass einzelne Händler solche Geräte in ihr Sortiment aufnehmen. Weil es keinen deutschen Vertrieb gibt, müssten deutschen Kunden ihr Abo beispielsweise über die italienische Internetseite von Coyote abschließen, auf der die oben genannten Preise gelten.

Infos zur aktuellen Rechtslage, auch zum Thema „Blitzerwarner im Navi“ finden Sie hier.


Richtig illegal, und deswegen nur für den Export: Der Coyote Mini V2 mit OLED-Bildschirm.


Hier können Sie sich über den Mini Coyote ausführlicher informieren: