OSM besser als Tele Atlas – in Deutschland

Geschrieben am 2 Dezember 2010  von Gerhard Bauer

Der Umfang der deutschen Open Street Map-Karten hat den von Tele Atlas überholt, so das Ergebnis einer Studie des Heidelberger Geoinformatik-Professors Dr. Alexander Zipf, der sich am Lehrstuhl für Geoinformatik in erster Linie mit Open Street Map, der Erweiterung OSM-3D und ihrer Integration in professionell genutzte Geo-Informations-Systeme beschäftigt. Die Untersuchung habe außerdem ergeben, dass die OSM-Abdeckung in Städten wesentlich besser ist als auf dem Land: „Die Berechnungen zu den Großstädten ergaben in allen untersuchten Städten, dass OSM mehr Daten vorweisen konnte als Tele Atlas.“ Betrachtet man Gegenden ‚auf dem Land‘, merkt man aber schnell, dass OSM noch deutliche Schwächen hat.

Ganz einfach vergleichen kann man die Fähigkeiten von OSM und Tele Atlas (in Form von Google Maps, das seine Daten von Tele Atlas bezieht) unter http://sautter.com/map/. Bemüht man dieses Tool, merkt man schnell, dass außerhalb Deutschlands die Abdeckung bei weitem noch nicht so gut ist. In österreich findet man etliche grobe Schnitzer bei OSM und in Frankreich und Italien gibt es außerhalb der Touristenzentren unzählige Gemeinden, die scheinbar völlig ohne Straßennetz auskommen müssen – zumindest, wenn man nur in OSM schaut. In vielen anderen Ländern, insbesondere im ehemaligen Ostblock, ist Open Street Map absolut chancenlos gegen die kommerziellen Kartenanbieter.

Bemerkenswerterweise spricht die Open Street Map Foundation in ihrer Pressemeldung nur vom kommerziellen „Wettbewerber“ Tele Atlas. Scheinbar ist der Vorsprung von Navteq noch größer.

Ein Teil der Münchner Innenstadt bei Google Maps. Dieses Kartenmaterial stammt von Tele Atlas, einer TomTom-Tochterfirma.


Exakt der gleiche Kartenausschnitt bei Open Street Map. Den Ausbaustand in Ihrer Region können Sie mit Hilfe des oben genannten Links vergleichen.