Umsatzrückgang bei Navis um 21 Prozent

Geschrieben am 2 März 2011  von Gerhard Bauer

Der deutschlandweite Umsatz mit Navigationsgeräten ist 2010 um 21,4 Prozent von 731 Millionen Euro auf 574 Millionen Euro zurückgegangen. Der gesamte Umsatzrückgang beruht aber auf zwei Faktoren: Einerseits den sinkenden Stückzahlen und andererseits den zurückgehenden Verkaufspreisen.

Verkauft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 3.473.000 Geräte, was gegenüber dem Vorjahr (4.098.000 Geräte) einen Rückgang um 15,2 Prozent ausmacht. Die mittleren Verkaufspreise (einschließlich Mehrwertsteuer) sanken von 178 auf 165 Euro, also um relativ moderate 7,3 Prozent.




Gewinner und Verlierer im Einzelhandel

Relativ vergleichbar zu den Navis dürfte der Markt für MP3-Player sein. Hier wurden 470 Millionen Euro umgesetzt (- 8,7 Prozent), wobei aber 5,3 Millionen Geräte zu jeweils 88 Euro verkauft wurden. Extrem ungewöhnlich: Der Durchschnittspreis lag noch vor einem Jahr um 13,7 Prozent niedriger bei 77 Euro. Hier wurde ganz klar Billigware gekippt zugunsten von Markengeräten. Im Sog der MP3-Player wuchsen auch Kopfhörer und Dockingstationen für MP3-Player, die sich aber trotzdem noch auf niedrigem Niveau bewegen. Bemerkenswert finden wir, dass auch Nachkauf-Kopfhörer sehr billig erstanden werden: Der Durchschnittskopfhörer kostet exakt 20 Euro, was eigentlich für gute Ware zu wenig ist.

Die stärksten Umsatzeinbrüche gab es natürlich bei „abgelösten“ Technologien: Fernseher mit Bildröhren wurden nur noch für 4 Millionen Euro umgesetzt. Dafür wuchsen LCD- und Plasma-TVs bei den Stückzahlen um 9,3 bzw. 8,0 Prozent. Weil die Durchschnittspreise minimal sanken, blieben noch kleine Zuwächse übrig. Als Vergleich: Mit allen Fernsehern wurden 6,25 Milliarden Euro Umsatz gemacht.

Der darbende DVD-Player-Markt erholt sich wieder durch die Blueray-Discs. Der Durchschnittspreis für einen Player stieg auf 99 Euro und für einen Rekorder auf 330 Euro.

Es wird weniger gebrannt: CD-Rohlinge gingen um 19,4 Prozent zurück und DVD-Rohlinge um 14,5 Prozent. Tragen die Kampagnen „Raubkopieren ist Diebstahl“ langsam Früchte, oder werden die Leute einfach wählerischer und brennen sie nicht mehr jeden DSDS-Dreck auf CD?

Verloren haben Mobiltelefone um 27 Prozent, Smartphones stiegen dagegen um 143 Prozent. Das ist sicherlich auch ein Problem der Abgrenzung: Das was gestern noch ein „Handy“ war bekommt heute ein paar Funktionen per Software verbraten und wird als „Smartphone“ verkauft. Interessante Stückzahlen: Normale Handys wurden 14,6 Millionen verkauft (mittlerer Preis 110 Euro), von den Smartphones gingen nur 7,7 Millionen über die Ladentische und die Packstationen. Weil ihr mittlerer Preis aber 352 Euro betrug, wurde ein höherer Umsatz generiert als mit den normalen Handys. Kabelgebundene Telefone wurden für 40 Millionen Euro verkauft und Faxgeräte sowie Faxkombis für 24 Millionen Euro. Die Kommunikationsbranche lebt aber von den Smartphones: 4,7 Milliarden Euro wurden umgesetzt, das sind 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Steve Jobs und dem heiligen Apfel sei’s gedankt.

Im Bereich der Consumer-IT gab es 2010 fast nur Gewinner: Mit PCs wurde ein Umsatz von 1048 Millionen Euro erwirtschaftet, mit Notebooks 4136 Millionen Euro. Wirklich verloren haben hier nur die Monitorhersteller: Scheinbar ist der Markt gesättigt, denn dieser Bereich verlor knapp 21 Prozent. Trotzdem stieg die IT um 8,4 Prozent auf 6190 Millionen Euro.

Gesamt wurden mit Consumer Electronics im vergangenen Jahr in Deutschland 25.807.000.000 Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 6,2 Prozent, was für eine hervorragende Kauflaune und Stimmung unter den Konsumenten bürgt.

Alle Zahlen beruhen auf dem Cemix, dem Consumer Electronics Marktindex Deutschland, der erhoben wird von der GFU (Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik), dem BVT (Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V.) und der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung).