Kaufberatung: Navis bis 130 Euro

Geschrieben am 6 April 2011  von Gerhard Bauer

Kaufberatung: Navigationssysteme bis 100 Euro

Der aktuelle Topseller im Preisbereich bis 100 Euro ist das Navigon 20 Easy Europe 20. Navigon 20 steht für Hersteller und Baureihe, Easy für die mit allen wichtigen Funktionen versehene Grundausstattung und Europe 20 für den Umfang des Kartenmaterials. Besonders gut finden wir am Navigon 20 den aktiven Fahrspurassistenten, der in einer während der Fahrt mitscrollenden Leiste die richtigen Spuren anzeigt, und die kinderleichte Bedienung, denn auch technisch unerfahrene Anwender können das Navigon 20 in jeder Situation intuitiv bedienen. Der Bildschirm misst nur 3,5 Zoll. Für Anwender, die nicht ständig mit dem Gerät unterwegs sind, reicht das aber aus. An weiteren Funktionen bietet das Navigon Easy einen Geschwindigkeitsassistenten, eine Parkhausinformation, fast fotorealistische Abbildungen von Autobahnausfahren und last but not least die MyRoutes-Funktion. Das Gerät berechnet damit nicht nur eine, sondern gleich bis zu drei Wege ans Ziel, von denen man sich die jeweils ansprechendste aussuchen darf.


Das Navigon 20 Easy Europe 20 ist das empfehlenswerteste Navi für weniger als 100 Euro.

Die Landkarte des Navigon 20 Easy Europe 20 deckt, wie der Name schon sagt, 20 Länder Mitteleuropas ab: Deutschland, Österreich, die Schweiz und alle Länder, die direkt an diese drei angrenzen – und aus Gründen, die sicher gut sind, die wir aber trotzdem nicht verstehen, auch Spanien und Andorra. Für alle normalen Autoreisen sollte das locker reichen. Damit man nicht zu lange im Stau stehen muss, ist das Navigon 20 Easy mit einem sehr gut funktionierenden TMC-Empfänger ausgestattet. Wir haben dieses Navi bereits einem extrem ausführlichen Dauertest unterzogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Navigon 20 Easy Europe 20 definitiv das beste Navi für unter 100 Euro ist.

Weder Marktführer TomTom noch Becker oder Falk bieten bis 100 Euro brauchbare Geräte an. Wenn man im Handel wirklich etwas findet, handelt es sich um veraltete Geräte oder bei Internethändlern um aufbereitete Geräte aus Garantierückläufern.

Der einzige Mitbewerber, der aktuelle Geräte in diesem Preissegment anbieten kann, ist der amerikanische Hersteller Garmin. Hier gibt’s die Modelle Garmin nüvi 1200 und Garmin nüvi 1245. Beide sind mit einem 3,5 Zoll großen Display ausgerüstet und bieten wie das Navigon alle elementaren Ausstattungen. Kritisieren am nüvi 1200 müssen wir aber den fehlenden TMC-Empfänger und die zickige Landkarte, die nur Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie den Alpenraum, also Südostfrankreich und Norditalien enthält. Das nüvi 1245 wäre empfehlenswerter, es leidet aber an der verglichen mit dem Navigon wesentlich schlechteren Bedienbarkeit und am fehlenden TMC-Empfänger.

Kaufberatung: Navigationssysteme bis 130 Euro

Betrachtet man die Listenpreise der Navi-Hersteller, gibt’s auch hier überraschend wenig Auswahl. Die Straßenpreise liegen aber manchmal weit unter den Preisempfehlungen, so dass man auch hier einige sehr empfehlenswerte Geräte finden kann.

Das einzige preislich passende Gerät von Becker ist das Becker Ready 43 Traffic. Es wird zwar zu einem nominell deutlich höheren Preis in den Listen geführt, der Straßenpreis liegt aber nicht über 130 Euro. Für knapp unter 130 Euro erhält man hier ein Gerät mit 4,3 Zoll großem Bildschirm und einem brauchbaren TMC-Empfänger. Die Landkarte umfasst nur den zentraleuropäischen Raum, was aber wie gesagt meist ausreichen dürfte. Beeindruckend ist aber die Navigationssoftware: Sie berechnet auch keine besseren Routen als die Mitbewerber, bietet aber eindeutig die meisten optischen Gimmicks: Mit einer absolut realistischen Ansicht von Bergen und Tälern, Autobahnausfahrten und -kreuzen und absolut weichem Scrolling zeigt das Gerät den Platzhirschen von TomTom und Garmin, wie eine Navisoftware heute aussehen kann. Lediglich das Navigon bewegt sich vom optischen her auf ähnlich hohem Niveau.


Das Falk F6 ist nicht ganz nagelneu, aber es arbeitet zuverlässig.

Nicht ganz aktuell sind die in Frage kommenden Geräte von Falk: Im Preisbereich bis 130 Euro findet man das brauchbare Falk F6 3rd Edition. Das M4 und das M8, jeweils in der „3rd Edition“, kämen theoretisch auch in Frage, scheinen aber im direkten Vergleich viel zu teuer. Das Falk F6 3rd Edition hat wie das Becker einen 4,3 Zoll großen Bildschirm, dafür gibt’s aber Kartenmaterial von ganz Europa. Früher kostete dieses Gerät um die 250 Euro, was man ihm auch anmerkt: Das perfekt verarbeitete, hochglänzend schwarze Gehäuse und der gute TMC-Empfänger gefallen sicher. Nicht ganz mithalten kann da die recht altbackene, aber dafür zuverlässige Navigationssoftware.


Das Garmin 1350T kostet mit Kartenmaterial von ganz Europa oft das gleiche wie das 1340, das nur 22 Länder Europas bietet.

Der amerikanische Hersteller Garmin schickt in der Preisklasse bis 130 Euro das Garmin nüvi 1350T ins Rennen. Dafür gibt’s einen 4,3 Zoll großen Bildschirm, eine Landkarte von ganz Europa und einen sehr brauchbaren TMC-Empfänger.
Bei Garmin findet man mittlerweile im Handel sehr viele unterschiedliche Produktvarianten. Das Garmin nüvi 1340 besitzen nur eine Mitteleuropa-Karte mit 22 Ländern. Wenn die kleinere Abdeckung reicht, kann man natürlich auch zu einem 1340 greifen. Dann sollte man aber aufpassen, dass der Preisunterschied wirklich relevant ist: Sehr oft findet man ein 1350 und ein 1340 zum fast gleichen Preis, dann sollte man natürlich zum besser ausgestatteten 1350 greifen. Ein T in der Garmin-Modellbezeichnung weist auf den TMC-Empfänger hin. Neuerdings werden fast alle aktuellen Modelle als LT-Version ausgeliefert, was für Lifetime Traffic steht: Diese haben eine lebenslange Lizenz für TMC Pro beziehungsweise alle europäischen Premium-TMC-Dienste.


Extrem stark eingeschränkt ist das TomTom Start 2. Es leidet außer an seinem minimalistischen Funktionsumfang auch am Gehäuse, das mit der Autohalterung fest verbunden ist.

Vom Marktführer TomTom gibt’s bis 130 Euro nur ein einziges Gerät, das Start 2 Central Europe Traffic. Dieses ist hundertprozentig auf Einsteiger ausgerichtet. So extrem, dass es eigentlich keine anderen Funktionen bietet als die Berechnung des schnellsten Wegs vom aktuellen Standort bis zum Ziel. Fußgängernavigation in Städten oder andere „Sonderfunktionen“ gibt es in der TomTom-Einsteigerklasse nicht mehr. In manchen Elektronikmärkten wird mittlerweile nach enormen Umtauschzahlen sogar besonders darauf hingewiesen, dass dieses Gerät keine einzige der für diese Preisklasse üblichen Funktionen bietet. In der ersten Woche ist jeder Anwender von diesem extrem abgemagerten Gerät begeistert, dann merkt man aber, dass wesentliche Funktionalitäten fehlen. Angesichts des Straßenpreises von knapp 120 Euro dürfte das TomTom Start 2 CET nur für die wenigsten Anwender empfehlenswert sein. Für ein 3,5-Zoll-Navi mit Mitteleuropakarte ist der Preis auch schlicht zu hoch.

Noch für unter 130 Euro erhältlich ist das TomTom XL IQ Routes Central Europe Traffic. Dieses Modell entspricht dem Start 2, kommt aber mit einem 4,3 Zoll großen Bildschirm. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dementsprechend besser, die mangelhafte Funktionalität ist aus unserer Sicht aber ein KO-Kriterium für ein Gerät dieser Preisklasse.


Unsere Empfehlung im Bereich bis 130 Euro ist das Navigon 40 Easy Europe 20, das alle wichtigen Funktionen bietet.

Navigon schließlich schickt gleich drei Produkte ins Rennen in der 130-Euro-Klasse. Das Navigon 20 Plus Europe 20 entspricht dem eingangs geschilderten Navigon 20 Easy Europe 20. Es besitzt aber ein paar mehr Funktionen, wie beispielsweise die echte Sprachausgabe von Straßen- und Ortsnamen oder das OneClick-Menu, das „unwichtige“ Funktionen ausblendet.
Nur das Navigon 20 Plus gibt es alternativ auch mit einer kompletten Europa-Karte, es heißt dann logischerweise Navigon 20 Plus Europe. Sein Listenpreis beträgt 149 Euro, man sollte es im Handel aber für unter 130 Euro bekommen.
Das unserer Meinung nach empfehlenswerteste Geräte in der Preisklasse bis 130 Euro kommt wieder von Navigon: Das Navigon 40 Easy Europe 20 sollte von jedem Händler für weniger als 130 Euro angeboten werden, auch wenn sein Listenpreis 139 Euro beträgt. Es verfügt über die gleiche Funktionalität wie das Navigon 20 Easy Europe 20, besitzt aber ein 4,3 Zoll großes Display, was nicht nur für mehr Übersicht, sondern auch für mehr Benutzerfreundlichkeit sorgt: Wenn die Benutzeroberfläche mehr Platz hat, fallen die einzelnen Tasten und Schaltflächen auch größer aus und lassen sich leichter und schneller bedienen.

Hier finden Sie alle im Artikel erwähnten Navis. Beachten Sie bitte, dass Preisschwankungen vorkommen können.