TomTom: Neue Mittelklassenavis mit Live

Geschrieben am 24 Mai 2011  von Gerhard Bauer

TomTom hat heute die neue Go-Live-8xx-Baureihe angekündigt. Während es in Europa bis zu vier Modelle geben wird, konzentriert sich TomTom Deutschland auf zwei Varianten: Beide bieten die Live-Services einschließlich HD Traffic für ein Jahr ab der ersten Inbetriebnahme, eine Freisprecheinrichtung für ein kompatibles Bluetooth-Handy, Kartenmaterial von praktisch ganz Europa, Sprachsteuerung sowie einen 4,3 Zoll großen Bildschirm. Das TomTom Go Live 820 besitzt einen 4,3 Zoll großen Bildschirm, es kostet 229 Euro. Das TomTom Go Live 825 mit seinem 5 Zoll messenden Display soll für 249 Euro verkauft werden.

Mit der Einführung der Go-Live-8xx-Modelle verschwindet die Via-Live-Serie fast komplett aus dem Markt. Von der bisher sowieso eher glücklosen Via-Serie bleibt das Modell Via 125 Traffic als einziges weiter erhältlich. Künftig werden also nur noch die erst vor kurzem präsentierten Start-20- und Start-25-Modelle sowie das Via 125 Traffic mit einem TMC-Empfänger ausgerüstet. Alle anderen Geräte werden mit „Go Live“ bezeichnet und über das eingebaute Datenfunkmodul für Connectivity verfügen.

HD Traffic funktioniert bei den neuen Go-Live-8xx-Modellen in den folgenden Ländern: Deutschland, Schweiz mit Liechtenstein, Österreich, Italien mit San Marino und dem Vatikan, Frankreich mit Monaco, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Spanien, Portugal, Irland, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland.

Die Go Live 8xx besitzen praktisch das gleiche Gehäuse wie die Via-Live-Modelle, sind nun aber praktisch komplett schwarz; die Frontblende rund um den Bildschirm ist in einem Carbon-Design gehalten. Beide Modelle besitzen außer 4 GByte eingebautem Flash einen Steckplatz für zusätzliche Speicherkarten, dieser ist aber aktuell noch nicht funktionsfähig. Glaubt man der TomTom-Pressemeldung, soll er im Lauf des Sommers via Software freigeschalten werden. Die Halterung ist mehr oder wenige fest mit dem Gerät verbunden: Man kann den Saugnapf zwar „aus dem Gelenk drehen“, das führt aber regelmäßig zu unschönen Dellen im Kunststoffgehäuse. Das Ladekabel wird über einen Micro-USB-Stecker mit dem Gerät verbunden. Der Einschalter befindet sich relativ schlecht erreichbar hinten rechts am Navi.

Geld fürs alte Navi

Ab sofort bis einschließlich zum 31. Juli 2011 vergütet TomTom jedem, der sein altes Navi zurücksendet, 30 oder 50 Euro. Man kann jedes alte Navi an TomTom einsenden, in den Filialen von Media Markt oder Saturn kann man die Geräte auch direkt gegen eine entsprechende Geschenkkarte tauschen. Landkarten, Pocket-PCs oder Smartphones mit Navi-Anwendung werden ausdrücklich nicht angenommen, es zählen nur richtige „Navis“. Wir haben in den Teilnahmebedingungen (www.tomtom.com/breakfreepromo) aber keinen Passus gefunden, dass sie noch funktionstüchtig sein müssen. Der Versand an TomTom erfolgt für den Anwender kostenfrei, man muss nur das Gerät mit Halterung und Kabeln einsenden.

Jeder Käufer eines Go Live 1000 oder Go Live 1005 erhält für sein altes Navi 50 Euro. Käufer eines Via Live oder eines Go Live 8xx erhalten pauschal 30 Euro für ihr Altgerät. Damit TomTom den Gerätetyp erkennt, muss man natürlich auch den Kaufbeleg mitsenden. Das Geld wird auf ein Girokonto des Käufers überwiesen. Eine der wenigen Einschränkungen ist, dass der Käufer in dem Land wohnen muss, wo er das Gerät gekauft hat. In diesem Land muss sich auch die Bankverbindung befinden. Die Prämie gibt’s also nicht, wenn sich ein Österreicher ein Gerät bei einem deutschen Händler besorgt. Italienische Anwender erhalten keine Geldzahlung, sondern einen 100 Euro teuren Mautgutschein.

Sonst was

Obwohl TomTom bei den höherwertigen Go-Live-Modellen in erster Linie auf Ersatzbeschaffer setzt, scheint die Werbekampagne extrem jugend-betont. TomTom hat den Queen-Klassiker „I want to Break Free“ für die Werbekampagne eingekauft (der für die DSDS-geschädigten Jugendlichen aber völlig neu sein dürfte), auf den die Anwender Karaoke singen sollen: Am besten, wenn man im Stau steht. Mit einem TomTom-Navi geht das aber leider nicht, deswegen bemüht man kurzerhand die Apple iPhones. Der beste Video wird prämiert mit einem Renault.

Interessant war eine Bemerkung von Hannes Albrecht, aktuell „Sales und Marketing Planning DACH“ bei TomTom: Nach der letzten „Verfeinerung“ von HD Traffic kann die Qualität dieses Verkehrsinformationsdienstes in deutschen Städten nicht mehr weiter verfeinert werden. Künftige Verbesserungen werden außerörtliche Straßen und andere Länder betreffen, für Deutschland geht mit heutiger Technologie nicht mehr.


Das TomTom Go Live 820 steckt im aktuellen Standard-Gehäuse, die Blende rund um den Bildschirm ist im Carbon-Lool.


Das TomTom Go Live 825 im Original: Deutlich erkennt man den fest angebrachten Saugnapf mit seinem charakteristischen, sehr kurzen Haltearm.


Die Halterung ist fest am Gehäuse angebracht. Befestigt man das Navi auf dem Armaturenbrett, also mit der Halterung unten, dreht sich die Bildschirmausrichtung.


Spaßiges Werbemotiv Nummer 1: Wir haben minimale Zweifel, dass man damit die richtige Zielgruppe erreicht. Klar soll das ironisch sein, aber dieses Motiv ist nicht ironisch. Nicht mal ein bisschen.


Werbemotiv 2: Keinen Deut besser.


Hier können Sie die neuen TomTom Go Live 8xx und wichtiges Zubehör vorbestellen bzw. kaufen: