Garmin kauft Navigon

Geschrieben am 3 Juni 2011  von Gerhard Bauer

Die Financial Times Deutschland berichtet heute, dass der amerikanische Hersteller Garmin den Hamburger Navi-Hersteller Navigon für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag übernehmen will – also für 30 bis 70 Millionen Euro. [Update: Der Wirtschaftsinformationsdienst Reuters spricht von genau 50 Millionen Euro.] Noch im Juni soll der Kaufvertrag vollzogen werden.

Die Navigon AG gehört zu 90 Prozent der Investmentgesellschaft General Atlantic Partners, die bereits 2005 für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag 25 Prozent von Navigon gekauft hat. 2008 musste dann Geld nachgeschossen werden, was den Anteil von GAP auf 90 Prozent erhöhte. Im Gegenzug musste Navigon-Chef Peter Scheufen seine Anteile abgeben, er gründete fluggs das Handy-Navi-Start-Up Skobbler. GAP will mit dem Verkauf nun einen Schlussstrich ziehen unter ein Investment, das keine lohnenden Renditen abgeworfen hat und das auch nicht mehr tun wird.

Für Garmin kann sich die Übernahme nur lohnen. Die Navigationssoftware von Navigon ist praktischer, sieht besser aus und berechnet sicherlich keine schlechteren Routen als die von Garmin.

Nokia vs. Microsoft

Gleichzeitig machen Gerüchte die Runden, dass der mittlerweile ganz erheblich angeschlagene Handyhersteller Nokia von Microsoft übernommen werden soll. Das würde auch bedeuten, dass der zu Nokia gehörende Kartenhersteller Navteq dann zu Microsoft gehören würde. Nokia besitzt einen kompletten Wert von 18 Milliarden Euro, was für Microsoft, aber auch Google oder Apple kein ernst zu nehmendes Hindernis sein sollte. Gegebenenfalls wartet man noch ein paar Monate, bis der Aktienkurs noch weiter gesunken ist. Nokia hat die Übernahmegerüchte dementiert, was sehr ungewöhnlich ist – die normale Reaktion wäre völliges Ignorieren gewesen.