Übersicht: Kostenlose Kartenupdates

Geschrieben am 20 Juli 2011  von Gerhard Bauer

Das beste Navigationsgerät hilft nichts, wenn es mit veraltetem Kartenmaterial ausgerüstet ist. Im folgenden zeigen wir, für welche Navis Sie kostenlose Kartenupdates erhalten.

TomTom

Ausgerechnet der größte Anbieter hinkt dem Markt und den Erwartungen der Käufer hinterher: Man darf zwar kostenlos innerhalb von 30 bis 90 Tagen (je nach Modellreihe) nach dem Kauf das dann aktuellste Kartenmaterial herunterladen und auf das Navi übertragen, weiter gehende Kartenupdates gibt’s aber nicht mal bei den teuersten Modellen gratis.
Nur bei neu gekauften Geräten kann man die preislich ermäßigten Prepaid-Karten kaufen: Dann zahlt man 79,95 Euro (laut Liste bzw. bei TomTom direkt, normalerweise im Handel etwas weniger) und darf 2 Jahre lang jedes Quartal eine neue, aktuelle digitale Landkarte herunterladen. Diese Option funktioniert aber nur innerhalb der ersten 90 Tage nach dem Kauf. Entschließt man sich später zu einem Update, muss man unter Umständen wesentlich mehr dafür bezahlen.
Wir rechnen eigentlich jeden Tag mit einer Pressemeldung, nach der TomTom diese nicht sehr kundenfreundliche Updatepolitik ändert. In den USA wurde man durch den noch härteren Wettbewerb bereits gezwungen, Modelle mit lebenslangen kostenlosen Updates anzubieten.

Garmin

Garmin bietet einige höherwertige Modelle bereits mit lebenslangen kostenlosen Kartenupdates an. Unter „lebenslang“ verstehen die Amerikaner „so lange das Gerät hält oder längstens 30 Jahre“ – das sollte reichen.
Aktuell erhält man die Modelle nüvi 1390Tpro, nüvi 1490 Tpro, 2460 LMT und 3790 LMT mit dieser kostenlosen lebenslangen Updatemöglichkeit. Wir haben im Handel von jedem dieser vier Modelle sowohl Varianten mit der „Lifetime Map“-Garantie als auch ohne gefunden, so dass man vorher genau hinschauen sollte, was man erhält. Für spezielle Handelskanäle hat es immer wieder auch Varianten anderer Modelle mit lebenslangen kostenlosen Kartenupdates gegeben. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Ihnen auch andere Garmins mit dieser Ausstattungsoption begegnen. Grundsätzlich sollten Sie auch die Angebote vergleichen: Die Preisunterschiede im Handel bei Modellen ohne und mit Lifetime-Maps bewegen sich zwischen 20 und 40 Euro.
Grundsätzlich gilt für alle Garmin-Navigationsgeräte, dass Sie neuerdings innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf das zu diesem Zeitpunkt aktuellste Kartenmaterial kostenlos herunterladen und auf das Gerät installieren dürfen.
Hat man sich beim Kauf für ein Modell entschieden, das serienmäßig ohne die Lifetime-Map-Option geliefert wird, kann man diese jederzeit nachkaufen. Der Listenpreis für die „nüMaps Lifetime Europe Kartenupdates“ beträgt 89 Euro, das zahlt man auch bei Garmin direkt. Den Berechtigungscode für diese lebenslangen Kartenupdates gibt es aber auch in Form einer Codekarte im Handel. Im Internet erhalten Sie diese mit dem absolut gleichen Funktionsumfang bereits ab 65 Euro, was einem Sparpotential von 27 Prozent entspricht.

Navigon

Navigon wurde erst vor kurzem vom Mitbewerber Garmin übernommen, und bisher ist nicht bekannt, wie sich dies auf die Produkte von Navigon auswirken wird. Grundsätzlich schenken wir aber sowohl Navigon als auch Garmin uneingeschränktes Vertrauen, dass der Support für die Geräte voll weitergeführt wird.
Bei Navigon gibt es grundsätzlich immer nur zweijährige Kartenabonnements, die wie bei TomTom dann insgesamt acht Updates enthalten. Jedes Quartal darf man die aktuellsten Karten downloaden und auf das Navigationsgerät übertragen. Diese Abos sind sehr teuer: Laut Liste muss man bei Navigon 99 Euro für die Version mit 44 Ländern Europas bezahlen und recht ambitionierte 84,95 Euro für die Zentraleuropa-Landkarte mit 20 Ländern.
Serienmäßig sind nur die Navigon-Spitzenmodelle mit dieser „FreshMaps“ genannten Funktion ausgestattet, nämlich das 8410 und das 8450 Live. Für alle anderen aktuellen Modelle kann man innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf FreshMaps direkt vom Hersteller mit 80 Prozent Rabatt kaufen. Man zahlt für die zwei Jahre dann also weniger als 20 Euro. Hat man diese 30-Tage-Frist versäumt oder entscheidet man sich erst deutlich später für das Update, kann man beim Kauf im Handel noch etwas sparen: Anstatt 99 Euro zahlt man dann noch um die 70 Euro.

Falk

Falk bietet bei den Modellen R300, R350, S400, S450, V600, Vision 700 sowie bei den F12 3rd Edition ein kostenloses zweijähriges Kartenabo. Es enthält zwar nur zwei Kartenversionen pro Jahr, die meisten Anwender können mit dieser Einschränkung aber sicherlich gut leben. Um das kostenlose Abo nutzen zu dürfen, muss man sich nur innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf eines der genannten Modelle bei Falk via Internet registrieren. Versäumt man diese Frist oder entschließt man sich erst später für ein solches Abo, kostet es 99 Euro. Kaufen kann man diese Abos nur direkt bei Falk, so dass es keine weiteren Sparmöglichkeiten gibt.
Beim Vision 500 und bei allen anderen F-Modellen der 3rd Edition kostet ein solches Abo innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf 29,95 Euro, beim M8 3rd Edition bezahlt man 49,95 Euro.

Becker

Obwohl Becker mittlerweile mit Falk in dem Unternehmen United Navigations vereinigt wurde, unterscheiden sich die Produktreihen nach wie vor sehr stark. Das gleiche gilt für die Download-Portale und die Verbindungssoftware zum heimischen PC.
Während die Updates bei Falk mustergültig und wirklich zuverlässig erfolgen, hat Becker seit jeher eine eher legere Einstellung zu Funktions- und Landkartenupdates. Verantwortlich dafür sind weder Becker noch United Navigations, sondern der Kartenhersteller Navteq selbst. Leider bearbeitet der Kartenhersteller die Becker-Landkarten nicht sehr schnell, denn aktuell verfügbar sind Karten vom 3. Quartal 2010. Uns gegenüber argumentierte United Navigation schon einmal, dass diese Karten genauso aktuell wären wie die der Mitbewerber, dass bei den Becker-Karten aber der Redaktionsschluss „ehrlich“ und ohne Vorlauf angegeben wäre. Der Inhalt der Karten wären also genauso aktuell wie bei den Mitbewerbern, lediglich die Kartenbezeichnung wäre es nicht. Dem müssen wir aber widersprechen: Mitbewerber-Geräte mit topaktuellen Navteq-Landkarten kennen mehr Straßen als Becker-Navis mit ihren aktuellsten Navteq-Landkarten.
Grundsätzlich sind die Becker-Geräte aber klasse, so dass wir keinesfalls grundsätzlich von ihnen abraten wollen. Entscheidet man sich innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf für ein Europa-Abonnement, bezahlt man 29,95 Euro für zwei Jahre. Nach dieser Zeitspanne muss man 99,95 Euro bezahlen.

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:

  • Die fünf Hersteller gelten als ausreichend „langzeitstabil“. Das heißt, Sie müssen keine Angst haben, dass einer überraschend seine Dienste einstellt. Auch nicht bei Firmenübernahmen wie kürzlich, als Garmin bekannt gab, den Hamburger Hersteller Navigon kaufen zu wollen.
  • Anwender, die sich darüber beschweren, dass „ihre“ Straße in einem Neubaugebiet im Ort xy nicht in den Navis vorhanden ist, wird oft vorgehalten, dass sie selbst ihre Adresse ja wohl finden sollten. Dieses Argument ist aber unsinnig, den es geht ja darum, dass Andere die Adresse finden müssen. Das kann ein Handwerker genauso wie der Rettungsdienst sein – jeder Mensch sollte ein geraumes Interesse daran haben, dass „seine“ Adresse im digitalen Kartenmaterial vorhanden ist.
  • Ohne einen schnellen Internetzugang geht gar nichts. Sie brauchen mindestens eine DSL-Leitung, denn die Kartendaten messen 1,7 bis knapp 3 GByte.
  • Die meisten Navis brauchen für die Kartenupdates eine zusätzliche Speicherkarte mit 4 GByte oder mehr. Angeschmiert sind Kunden von TomTom, weil dieser Hersteller in den letzten Jahren bei den meisten Geräten die entsprechenden Steckplätze weggelassen hat. Diese Kunden können sich die aktuellen Europakarten nur in Teilen herunterladen, aufgrund der begrenzten Speichergröße passt immer nur ein solcher Teil auf das Navi.
  • Grundsätzlich muss man kein Navi updaten. Wenn Sie keine Lust haben, verzichten Sie ruhigen Gewissens darauf. Die Navi- und die Kartenhersteller werben zwar regelmäßig mit Sprüchen wie „jedes Jahr ändern sich 15 Prozent des gesamten Straßennetzes“, aber das würde ja bedeuten, dass alle sechseinhalb Jahre das deutsche Straßennetz einmal asphaltiert und dann wieder abgerissen wird. Was sich am meisten ändert sind Tempolimits und je nach Finanzlage des Straßenbetreibers werden Kreisverkehre statt normaler Kreuzungen eingebaut. Unbedingt updaten muss man also nicht.
  • Upzudaten, nur weil bestimmte Straßen fehlen, und man diese unbedingt im Navi haben möchte, ist ebenfalls eine schlechte Empfehlung. Es ist schon sehr oft passiert, dass fehlende Straßen auch im aktuellsten Kartenmaterial nicht enthalten waren. Wir empfehlen daher, vorher auf jeden Fall bei den Kartenherstellern zu prüfen, ob diese überhaupt schon die fehlenden Straßen erfasst haben. Nur dann hat man eine Chance, diese auch aufs Navi zu bekommen.
  • Die Originaldaten der Landkartenhersteller finden Sie hier:
    routes.tomtom.com (ehemals Tele Atlas)
    www.navteq.com (Lieferant für Navigon, Garmin, Falk und Becker)