Navi-Markt in Deutschland: -15,9 %

Geschrieben am 30 November 2011  von Gerhard Bauer

Nach den rasanten Zuwächsen in den vergangenen Jahren sinkt der Navi-Markt für den deutschen Elektronikhandel wieder in die Bedeutungslosigkeit. Die Elektronikmärkte verbannen die einstigen Umsatzbringer in die hintersten Ecken oder räumen ihnen nur noch einen laufenden Meter am Ende der Handy-Strecke ein. Wundern darf das aber nicht, wenn man sich die deutschen Umsatzzahlen der letzten Jahre ansieht:

2005: 386 Millionen Euro (keine Vergleichsmöglichkeit zum Vorjahr)
2006: 823 Millionen Euro (+ 113 %)
2007: 1026 Millionen Euro (+ 29 %)
2008: 883 Millionen Euro (- 17 %)
2009: 731 Millionen Euro (- 17 %)
2010: 574 Millionen Euro (- 21 %)
2011: prognostiziert 480 Millionen Euro (- 15,9 %)

Es gibt sicher noch einige Marktbereiche, die schlechter laufen, wie beispielsweise analoge Satellitenempfangstechnik oder auch Videorekorder. Als sicher gilt auch, dass die Verkäufe bei iOS-, Android- und Windows-Phone-Anwendungen nicht mal annähernd die Verluste aus dem Hardwaregeschäft kompensieren können. Sogar TomToms Strategie des Service-Selling (der direkte Verkauf von Zusatzfunktionen wie HD-Traffic und den weiteren Live-Diensten) geht nicht auf: Einerseits berichtet der niederländische Hersteller von einer nicht mal 30-prozentigen Erneuerungsrate, andererseits muss TomTom in seinem weltweit wichtigsten Markt, dem deutschen, seine Geräte mit inkludierten Live-Service für zwei Jahre an die Kundschaft bringen.