Navis: Kostenlose Kartenupdates

Geschrieben am 5 November 2014  von Gerhard Bauer

Das beste Navigationsgerät hilft nichts, wenn es mit veraltetem Kartenmaterial ausgerüstet ist. In der folgenden aktuellen Übersicht zeigen wir, für welche Navis Sie kostenlose oder zumindest die günstigsten Kartenupdates erhalten.
Grundsätzlich gilt, dass es keine Möglichkeit gibt, bei einem halbwegs aktuellen Navi eine aus dem Internet raubkopierte Landkarte oder die Landkarte eines anderen Geräts zu installieren. Das Geschäft mit den Kartenupdates ist für die Hersteller sehr profitabel, und deswegen haben sie ihre Geräte praktisch unknackbar gegen eine solche unbefugte Nutzung gesperrt. Man braucht sich also gar keine Gedanken machen, ob man das will oder soll oder darf – es wird nicht funktionieren.

TomTom

Der Weltmarktführer TomTom stattet alle aktuellen Navis mit einer Garantie für lebenslang kostenlose Kartenupdates aus. Sollte Ihr nagelneues TomTom keine solche Garantie besitzen, war es nicht ganz aktuell. Das muss nicht schlecht sein – viele TomTom-Besitzer bevorzugen bei der Anschaffung eines Ersatz- oder Neugeräts eines aus einer älteren Baureihe. Auch bei diesen älteren Modellen darf man aber innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Inbetriebnahme die zu diesem Zeitpunkt aktuellste digitale Landkarte kostenlos aus dem Internet herunterladen und auf das Navi übertragen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, bei TomTom-Navis eine aktuelle Landkarte zu installieren, aber vor allem die Online-Updates direkt von TomTom sind mit 70 bis 80 Euro für eine Landkarte unverhältnismäßig teuer. Auf der anderen Seite gibt es im Internet, auch auf seriösen Handelsplattformen wie Amazon, unbrauchbare Kartenupdate-Angebote, bei denen verschwiegen wird, dass sie nur bei einem neuen oder fast neuen Gerät funktionieren. Andere gelten nur für bestimmte Geräteversionen, sind also auch nicht universell verwendbar. Das beste Angebot, das wir gefunden haben, ist die TomTom Prepaid Karte für 12 Monate Kartenaktualisierung mit der TomTom-internen Produktnummer 9SDA.001.01.Diese kostet etwas unter 50 Euro und kann für alle TomTom-Navis verwendet werden. Der enthaltene Freischaltcode ist nicht nur für ein Kartenupdate gültig, sondern gleich für 12 Monate. Wir empfinden es als etwas übertrieben, jedes Quartal die Karte zu aktualisieren, aber mit diesem Produkt können Sie ein TomTom-Navi sofort und dann nochmals kurz vor Ablauf des Jahres auf den neuesten Stand bringen.

Garmin

Auch der amerikanische Hersteller Garmin verkauft seine Navis normalerweise ab Werk mit lebenslangen kostenlosen Kartenupdates. Unter „lebenslang“ verstehen die Amerikaner „so lange das Gerät hält oder längstens 30 Jahre“ – das sollte reichen.
Im Handel gibt es manchmal Sondereditionen, die ohne diese kostenlosen lebenslangen Updates geliefert werden. Wenn Sie ein solches Gerät oder ein älteres auf den neuesten Stand bringen wollen, brauchen Sie eine Gutscheinkarte mit einem „Rubbelfeld“, unter dem sich ein Freischaltcode befindet. Mit diesem können Sie für Ihr Garmin-Navi lebenslange Kartenupdates freischalten. Genau heißt die Gutscheinkarte Garmin nüMaps Lifetime CN Europa Kartenupdates mit der Garmin-Produktnummer 010-11269-01. Im Handel muss man dafür etwa 65 bis 70 Euro zahlen. Im Online-Shop bei Garmin kosten die Updates 89 Euro.

Navigon, Falk und Becker

Diese drei Navi-Hersteller bieten – falls überhaupt – nur direkt, sprich online erhältliche Kartenupdates an. Das heißt, es gibt keine preiswerten oder günstigeren Möglichkeiten, an ein Kartenupdate zu kommen. Hier müssen Sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und die nicht unerheblichen Kosten für Kartenupdates tragen.

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:

  • Anwender, die sich darüber beschweren, dass „ihre“ Straße in einem Neubaugebiet im Ort xy nicht in den Navis vorhanden ist, wird oft vorgehalten, dass sie selbst ihre Adresse ja wohl finden sollten. Dieses Argument ist aber unsinnig, den es geht ja darum, dass Andere die Adresse finden müssen. Das kann ein Handwerker genauso wie der Rettungsdienst sein – jeder Mensch sollte ein geraumes Interesse daran haben, dass „seine“ Adresse im digitalen Kartenmaterial vorhanden ist.
  • Ohne einen schnellen Internetzugang geht gar nichts. Sie brauchen mindestens eine DSL-Leitung, denn die Kartendaten messen zwischen knapp 2 bis bis knapp 6 GByte.
  • Die meisten Navis brauchen für die Kartenupdates eine zusätzliche Speicherkarte mit 4 GByte oder mehr, wir empfehlen gleich die Anschaffung einer 8 GByte großen Speicherkarte. Angeschmiert sind Besitzer einiger TomTom-Geräte, weil dieser Hersteller in den letzten Jahren bei den günstigeren Geräten die entsprechenden Steckplätze weggelassen hat. Diese Kunden können sich die aktuellen Europakarten nur in Teilen herunterladen, denn aufgrund der begrenzten Speichergröße passt immer nur ein solcher Teil auf das Navi.
  • Grundsätzlich muss man kein Navi updaten. Wenn Sie keine Lust haben, verzichten Sie ruhigen Gewissens darauf. Die Navi- und die Kartenhersteller werben zwar regelmäßig mit Sprüchen wie „jedes Jahr ändern sich 15 Prozent des gesamten Straßennetzes“, aber das würde ja bedeuten, dass alle sechseinhalb Jahre das deutsche Straßennetz einmal asphaltiert und dann wieder abgerissen wird. Was sich am häufigsten ändert, sind Tempolimits und kleine Korrekturen wie beispielsweise der Umbau einer normalen Kreuzung in einen Kreisverkehr. Sie sollten also erst updaten, wenn Sie von den Unzulänglichkeiten im Kartenmaterial genervt werden.
  • Upzudaten, nur weil bestimmte Straßen fehlen, und man diese unbedingt im Navi haben möchte, ist ebenfalls eine schlechte Empfehlung. Es ist schon sehr oft passiert, dass fehlende Straßen auch im aktuellsten Kartenmaterial nicht enthalten waren. Wir empfehlen daher, vorher auf jeden Fall bei den Kartenherstellern zu prüfen, ob diese überhaupt schon die fehlenden Straßen erfasst haben. Nur dann hat man eine Chance, diese auch aufs Navi zu bekommen.
    Die Originaldaten der Landkartenhersteller finden Sie hier:
    routes.tomtom.com (ehemals Tele Atlas)
    www.navteq.com (Lieferant für Garmin, Navigon, Falk und Becker)