Here berechnet Staus 12 Stunden im voraus

Geschrieben am 20 November 2014  von Gerhard Bauer

Here, das Nachfolgeunternehmen von Navteq, hat heute auf einem Treffen der „American Association of State Highway and Transportation Officials (AASHTO)“ die neue Verkehrsvorhersage „Predictive Traffic“ vorgestellt. Diese Software berechnet die Verkehrslage minutengenau bis zu zwölf Stunden im voraus. Laut Here wird damit die voraussichtliche Ankunftszeit bei Fahrten, die länger dauern als 30 Minuten, um bis zu 20 Prozent genauer.

Laut Here werden an die Navi-Benutzer diese Daten via Cloud, also online, verteilt. „Dadurch erhalten sie neben einer präzisen Ankunftszeit [auch] automatische Echtzeit-Verkehrsinformationen auf all ihren … Endgeräten.“

Grundsätzlich ist Predictive Traffic also nichts wirklich neues: Verzögerungen auf Streckenabschnitten werden online an die Navis verteilt. Die Innovation ist, dass Staus schon 12 Stunden vorher an die Endgeräte gemeldet werden. Auf einer Reise kann das Navi also schon Staus berücksichtigen, die noch nicht entstanden sind, aber ziemlich sicher entstehen werden. Wenn man sich beispielsweise in München entscheidet, schnell nach Venedig zu fahren, gibt es zwei Routen. Die erste über Innsbruck, Sterzing und Verona, und die zweite über Salzburg und Villach. Beide Strecken enthalten gefürchtete Staufallen, die erste den Brenner und die zweite den Tauerntunnel. Mit Predictive Traffic kann dem Anwender nun schon in München mitgeteilt werden, für welchen Weg er sich entscheiden soll.

Here erfasst Echtzeit-Verkehrsdaten in 43 Ländern und besitzt Daten zu realen Geschwindigkeiten auf Streckenabschnitten von 81 Ländern. Außerdem sammelt Here über 70 Milliarden Datensätze pro Monat von Probes. („Probe“ ist englisch und steht für „Sonde“; damit bezeichnet man GPS-Endgeräte, die ständig Rückmeldungen via Online-Datenverbindung über den aktuellen Verkehrsfluss geben.) Die Kartenhersteller erkennen damit Staus anhand abweichender Durchschnittsgeschwindigkeiten.)