Garmin nüviCam: Das Mehrwertnavi mit Dashcam

Geschrieben am 23 April 2015  von Gerhard Bauer

Nicht nur eine Dashcam ins Navi geklatscht hat Garmin bei der neuen nüviCam. Stattdessen wurden die Kamera wirklich in die Funktionen des Navis integriert, so dass der Anwender einen echten Mehrwert hat.
Das Garmin nüviCam bietet gegenüber einem normalen Navigationsgerät drei neue Features:
Garmin Real Vision schaltet bei der Annäherung an ein Ziel auf die Kameraansicht um und markiert es mit einem dicken pinkfarbenem Kreis.

Wenn man sich einem Ziel nähert, füllt sich das Symbol in der Bildmitte. Direkt davor zeigt es dann zum Ziel. Das findet man besonders nützlich, wenn man schon einmal am Ziel vorbeigefahren ist.

Wenn man sich einem Ziel nähert, füllt sich das Symbol in der Bildmitte. Direkt davor zeigt es dann zum Ziel. Das findet man besonders nützlich, wenn man schon einmal am Ziel vorbeigefahren ist.


Der Kollisionswarner bewertet in Abhängigkeit von der via GPS ermittelten Geschwindigkeit den Abstand zum Vordermann und piepst bei deutlich zu wenig Abstand. Wir durften bereits ein nüviCam benutzen, sind aber der Meinung, dass es erst anschlägt, wenn man den Mindestabstand nach StVO sehr deutlich unterschreitet. Bußgeldbescheide kann man damit also nicht verhindern.
Hier sind wir zu nah am vorausfahrenden Fahrzeug. Das nüviCam zeigt einen roten Balken und piepst.

Hier sind wir zu nah am vorausfahrenden Fahrzeug. Das nüviCam zeigt einen roten Balken und piepst.


Sehr nützlich ist dagegen der Spurhalteassistent. Die Kamera filmt ständig die Straße voraus und meldet sich mit einem gelben Warnbalken links oder rechts, wenn man die seitliche oder mittlere Markierungslinie überfährt. Damit es im innerstädtischen Verkehr nicht ständig piepst, aktiviert sich diese Funktion erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit.
Zu nah am rechten Fahrbahnrand: Die Kamera hat registriert, dass wir uns der Seitenmarkierung nähern und alarmiert uns.

Zu nah am rechten Fahrbahnrand: Die Kamera hat registriert, dass wir uns der Seitenmarkierung nähern und alarmiert uns.


Möglich werden diese drei neuen Funktionen durch eine fest eingebaute Dashcam. Diese befindet sich an der Rückseite des Navis, filmt also ständig nach vorne. Im Gegensatz zu anderen Produkten kann sie beim Garmin nüviCam sogar individuell geschwenkt werden, so dass man das Navigationsgerät ruhig optimal zum Fahrer drehen kann.
Die Dashcam filmt auf Wunsch natürlich auch ständig die Fahrt mit und protokolliert sie auf einer zweiten Micro-SD-Speicherkarte. Normalerweise werden die einzelnen Filmdateien dabei aber ständig überschrieben. Lediglich nach einer schweren Erschütterung wie beispielsweise nach einem Unfall oder dem Druck auf eine virtuelle Taste durch den Anwender werden diese Dateien gegen weiteres Überschreiben geschützt.
Das 6 Zoll große kapazitive Echtglasdisplay unterstützt Eingaben mit zwei Fingern, beispielsweise zum zoomen des Kartenausschnitts.
Eingebaut ist das digitale Kartenmaterial von ganz Europa, wie immer bei Garmin stammt es vom Navteq-Nachfolger Here. Eine lebenslange Garantie auf kostenlos downloadbare Kartenupdates sorgt dafür, dass das Gerät stets auf dem aktuellsten Stand ist.
Der gleiche Anbieter liefert auch die Verkehrsinformationen, die je nach Ausbau der Infrastruktur entweder via DAB+ oder UKW übertragen werden. In Deutschland wird das nüviCam meist DAB+ empfangen, was aufgrund der wesentlich höheren Datenübertragungsrate schnellere und bessere Verkehrsinformationen in das Navi bringt als herkömmliches TMC. Auf Wunsch kann man das nüviCam auch via Bluetooth mit einem Handy koppeln, damit es über dieses die aktuellen Verkehrsinformationen abruft. Abgesehen von den übertragenen Daten, die dem Handy belastet werden, ist dieser Service für Besitzer eines nüviCam kostenlos.
Neben der bereits erwähnten Real Vision bietet das nüviCam auch die bereits bekannte Funktion Real Directions. Damit sagt das Navigationsgerät nicht „biegen Sie die zweite Straße rechts ab“ sondern „biegen Sie nach der Tankstelle rechts ab“. Das kann durchaus sinnvoll sein.
Fest eingebaut sind auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und eine „echte Sprachsteuerung“.
Das Garmin nüviCam soll ab Mai 2015 erhältlich sein, es kostet 379 Euro laut Liste. Ergänzen kann man es mit der für 179 Euro erhältlichen drahtlosen Rückfahrkamera BC 30.

Die digitale Kamera kann man nach links oder rechts schwenken. Damit muss man das nüviCam nicht immer ganz gerade nach vorne installieren, sondern kann es wie jedes andere Navi zum Fahrer hin orientieren.

Die digitale Kamera kann man nach links oder rechts schwenken. Damit muss man das nüviCam nicht immer ganz gerade nach vorne installieren, sondern kann es wie jedes andere Navi zum Fahrer hin orientieren.


Mit dem roten Knopf kann man einen Verkehrsvideo gegen überschreiben schützen. Der Einschalter ist der Knopf an der rechten Seite. Das nüviCam hält bombenfest an der magnetischen Aktivhalterung.

Mit dem roten Knopf kann man einen Verkehrsvideo gegen überschreiben schützen. Der Einschalter ist der Knopf an der rechten Seite. Das nüviCam hält bombenfest an der magnetischen Aktivhalterung.

Sie finden hier ein PDF der Presse-Präsentation.