Deutsche Autohersteller kaufen Here

Geschrieben am 3 August 2015  von Gerhard Bauer

Die drei deutschen Autohersteller Audi, BMW und Daimler haben in seltener Einträchtigkeit zusammengelegt und den Kartenanbieter Here von Nokia gekauft. Insgesamt 2,8 Milliarden Euro mussten die drei Unternehmen zusammen aufbringen, um Mitbewerber zu überbieten. Die drei Firmen wollen das Kartenmaterial zusammen weiterentwickeln, kein Unternehmen strebe eine Führungsposition innerhalb von Here an.

Here ist ein Konglomerat aus verschiedenen Produkten, wie beispielsweise Online-Routenplanern und Smartphone-Navigationssoftware. Das Filetstück von Here ist allerdings das digitale Kartenmaterial von praktisch allen Ländern der Welt. Angefangen hat das Unternehmen 1985 als Navigation Technologies oder kurz Navtech. Aus markenrechtlichen Gründen firmierte das Unternehmen 2004 um in Navteq und 2008 wurde dann schließlich alles von Nokia aufgekauft. Anfangs durfte Navteq noch Navteq heißen, und 2009 übernahm Navteq unter anderem den von der T-Systems Traffic GmbH betriebenen Stauwarndienst TMC Pro. 2011 war das dann auch vorbei und aus Navteq wurde in die neue Nokia-Abteilung „Location & Commerce“ eingegliedert und 2012 in „Here“ umbenannt. Damit begann aber auch eine Phase der Stagnation – seither gab es weder Innovationen noch nennenswerte Nachrichten von Navteq oder Here.

Künftig werden jeder Audi und BMW und Mercedes mit Datenfunkmodul ein Stau- und Landkartensensor für Here.

Künftig werden jeder Audi und BMW und Mercedes mit Datenfunkmodul ein Stau- und Landkartensensor für Here.

Der Navihersteller Garmin verwendet nach wie vor digitales Kartenmaterial von Here bzw. Navteq. Die Landkarten sollen sowohl Garmin als „allen Kunden aus der Automobilindustrie und anderen Branchen“ zugänglich sein. „Mit hochpräzisen Kameras und Sensoren, die in modernen Autos eingebaut sind“ verfügt Here dann über Millionen von Probes, die über einen Datenfunkrückkanal Staumeldungen und Straßenänderungen melden könnten. Neue Datenquellen wie beispielsweise Infos zu ABS-Bremseingriffen oder die Außentemperatur können Gefahrenwarnungen noch schneller erzeugen.