GPS-Handys als Datensammler

Geschrieben am 26 September 2009  von Gerhard Bauer

„Navteq Traffic Patterns“ ist eine Datenbank für Navigationssysteme, die tatsächlich „erfahrbare“ Geschwindigkeiten in Abhängigkeit vom Tag und von der Uhrzeit speichert. Damit können Navis bessere, weil realistischere Routen berechnen. Auf einer Einfallstraße in die nächste Großstadt sinkt beispielsweise die Geschwindigkeit morgens stark ab, mittags oder am Wochenende kann sie aber problemlos benutzt werden. Normalerweise wissen das nur Ortskundige, aber mit Traffic Patterns weiß es auch das Navi.

2008 wurde Traffic Patterns für Deutschland, Frankreich und Großbritannien eingeführt. Vor kurzem kamen noch Belgien, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Monaco und Andorra dazu. Aktuell umfasst die Datenbank knapp 600.000 Kilometer Haupt- und Nebenstraßen, laut Hersteller sind das 90 Prozent der am häufigsten befahrenen Straßen in Europa. Navteq Traffic Patterns unterscheidet die Verkehrssituation für 7 Tage und jede Viertelstunde. Das heisst, die Datenbank umfasst pro Streckenabschnitt 672 Einträge, das dürfte genau genug sein.

Diese Datenbanken werden ab sofort nicht nur mit den Navteq-Straßenerfassungsautos gesammelt. Auf diese Weise könnte man den Vorsprung des Mitbewerbers Tele Atlas / TomTom niemals aufholen. Stattdessen verlässt man sich auf die Konzernmutter Nokia. Die hat genug Handys im Angebot mit eingebautem GPS-Empfänger. Und diese Handys werden künftig Daten sammeln. Die Telefone wissen ja immer genau, wo sie sind und wie schnell sie sich aktuell bewegen. Diese Daten werden regelmäßig absolut anonym an Navteq übertragen, und die berechneten Mittelwerte in die Datenbanken eingepflegt. Für die Anwender ist das natürlich absolut kostenlos und transparent: Die Geräte senden ihre Daten nicht per GPRS an Nokia/Navteq, sondern nur, wenn sie in ein WLAN eingebucht sind (wo man zu Recht davon ausgehen darf, dass man eine Flatrate hat) oder wenn sie mit dem PC verbunden sind. Traffic, für den der Anwender zahlen muss, entsteht also garantiert nicht.

Noch einen Schritt weiter kann Nokia / Navteq gehen, wenn der Anwender eine Daten-Flatrate hat, was ja mittlerweile sehr oft vorkommt: Dann kann das Handy ohne Kosten für den Anwender ständig seine Geschwindigkeitsprofile an einen zentralen Server übertragen. Damit wird das Handy dann zum „Floating Device“. Und die so erhaltenen Daten sind wesentlich genauer als Floating Phone Data, das man vielleicht jetzt schon als „Zwischenschritt“ bezeichnen darf. Auf diese Weise wird das ganze Datenerfassungssystem so aktuell, dass es das beste vorstellbare Staumeldesystem darstellt.

Exakt dieses Szenario, das transparente Datensammeln mit Nokia-Handys für Navteq, haben wir übrigens bereits prophezeit in Ausgabe 3-4/2009 des gedruckten Navi-Magazins, das im Februar d.J. erschienen ist.

Andreas Erwig, Head of Product Management für Navteq Traffic Europa: "Navteq hat es sich zur Aufgabe gemacht, die besten Verkehrslösungen in Europa anzubieten. Unsere Kunden verlangen höchste Qualität und eine umfangreiche Abdeckung und Verfügbarkeit der Verkehrslösungen. Durch die Integration der Vielzahl der Nokia-Daten und der weiteren Länderabdeckung lässt sich mit Navteq Traffic Patterns Zeit und Geld sparen."

Andreas Erwig, Head of Product Management für Navteq Traffic Europa: Navteq hat es sich zur Aufgabe gemacht, die besten Verkehrslösungen in Europa anzubieten. Unsere Kunden verlangen höchste Qualität und eine umfangreiche Abdeckung und Verfügbarkeit der Verkehrslösungen. Durch die Integration der Vielzahl der Nokia-Daten und der weiteren Länderabdeckung lässt sich mit Navteq Traffic Patterns Zeit und Geld sparen.


Moderne Handys wie hier das Nokia 6710 haben einen GPS-Chipsatz eingebaut (der bei den Kosten nicht mal ein bisschen ins Gewicht fällt), auch wenn sie ohne Navi-Software geliefert werden. Das hier abgebildete Gerät mit eingebauter Navisoftware werden wir bald für Sie testen.

Moderne Handys (hier das Nokia 6710) haben einen GPS-Chipsatz eingebaut (der bei den Kosten nicht mal ein bisschen ins Gewicht fällt), auch wenn sie ohne Navi-Software geliefert werden. Das hier abgebildete Gerät mit eingebauter Navisoftware werden wir bald für Sie testen.