Kalifornien: GPS im Auto wird unmöglich

Geschrieben am 21 Oktober 2009  von Gerhard Bauer

Kalifornien ist berühmt-berüchtigt für seine extrem strengen Umweltgesetze. Das neueste, die „Cool Cars Regulation“ schreibt vor, dass ab 2012 jedes Fahrzeug unter 4,5 Tonnen Gesamtgewicht rundum mit hitzereflektierenden Scheiben ausgerüstet werden muss. Das Ziel: Der Innenraum soll sich weniger aufheizen, die Klimaanlage soll mit weniger Leistung laufen und damit sollen kalifornische Fahrzeuge weniger Treibstoff verbrauchen und entsprechend weniger CO2 in die Atmosphäre pusten. Das Problem: Dieser Effekt lässt sich eigentlich nur mit hauchdünnen Metallbedampfungen oder -folien in den Scheiben erzeugen, genau wie in diesem Artikel beschrieben. Das „Air Resources Board“ der „Californian Environmental Protection Agency“ ist sich dessen auch bewusst, und rät zum Gebrauch von externen GPS-Antennen oder der Anbringung von Navis an Flächen mit Aussparungen der Hitzeschutzschicht.

Ein ansonsten nur wenig interessantes Frage-Antwort-Informationsblatt (PDF) zeigt, dass sich die Amerikaner in erster Linie dafür interessieren, ob GPS-Überwachungs-Fußfesseln für Sexualstraftäter auch in Fahrzeugen mit Hitzeschutzverglasung funktionieren: Die Überwachung würde problemlos funktionieren – über ein Gerät, das am Unterschenkel befestigt ist! Auch Handys mit E911-Service (sendet die über einen eingebauten GPS-Chipsatz ermittelte Position an die Notrufzentrale) sollen problemlos funktionieren – obwohl im gleichen Blatt darauf hingewiesen wird, dass portable Navis an speziellen Flächen mit Hitzeschutz-Aussparungen montiert werden müssen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige der Antworten politisch und nicht sachlich motiviert sind. Mittlerweile haben die meisten Autohersteller, aber auch Unternehmen wie Garmin, darauf hingewiesen, dass man die Aussagen des Air Resources Board in Bezug auf die Funktionssicherheit von GPS-Geräten oder Handys nicht nachvollziehen könne. Das Air Resources Board wiederum antwortet auf die Vorwürfe, dass der Entwurf der neuen Regeln lange genug diskutiert wurde, und kein Autohersteller Einwände erhebt hätte.