Grundlagen: Fragen & Antworten zum Navi

An dieser Stelle finden Sie künftig die am häufigsten an uns gestellten grundsätzlichen Fragen inklusive der zugehörigen Antworten. Wenn Sie weitere Fragen haben, benutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Navi tot

Frage: Ich habe mein Navi mit einer Autohalterung fest eingebaut. Den Zigarettenanzünderstecker habe ich abgeschnitten und das Kabel auf die Plusleitung vom Autoradio gelegt. Leider funktioniert das Navi so nicht. Ist die Leitung zu schwach?

Antwort: Sie haben wahrscheinlich Ihr Navi getötet. Alle halbwegs aktuellen Navis arbeiten mit einer Eingangsspannung von 5 Volt. Die Reduzierung der autotypischen 12 Volt aus dem Zigarettenanzünder auf diese 5 Volt des Navis erfolgt in dem Stecker, den Sie eigentlich in den Zigarettenanzünder drücken sollten.
Ohne den Stecker mit eingebautem Spannungsregler gelangen die 12 Volt der Bordspannung direkt in den 5-Volt-Eingang des Navis – und das bedeutet normalerweise den Tod des Navigationsgeräts.
Wenn Sie das Stromkabel direkt anschließen wollen, tun Sie das am einfachsten, indem Sie eine Zigarettenanzünder-ähnliche Buchse mit fest angeschlossenem Kabel (gibt’s im Zubehörhandel als „Verlängerungskabel“, einfach den Stecker abschneiden) an das Bordnetz anschließen und in diese Buchse dann den originalen Ladestecker drücken.

Navi leer

Frage: Wenn ich mein Navi komplett auflade und es dann nicht mehr in Betrieb nehme, ist der Akku nach zehn Tagen absolut leer und ich brauche zum Betrieb das Ladekabel. Wie teuer ist die Reparatur des Akkus? Das Gerät ist erst zwei Monate alt, geht das auf Garantie?

Antwort: Wahrscheinlich liegt hier nicht ein Defekt vor, sondern ein ganz normales Verhalten des Navis. Die meisten Geräte kann man nämlich nicht hundertprozentig abschalten, um den Akkuinhalt zu schonen. Fast alle Navis puffern den Speicherinhalt mit Akkustrom, um die Satellitendaten aufzuheben. Das geschieht, um beim nächsten Einschalten die Zeit bis zum Finden der eigenen Position so kurz wie möglich zu halten, im Endeffekt also für mehr Anwenderkomfort. Würde das nicht passieren, wäre jedes Einschalten für das Navi ein Kaltstart, und dann bräuchte das Gerät bis zum finden der aktuellen Position mehrere Minuten. Je nach Navi beträgt die Akkulaufzeit im Standby-Modus drei bis zehn Tage.



Navi voll

Frage: Ich will mein Navi zuhause aufladen. Leider liegt ja nur ein Ladestecker fürs Auto bei. Was tun?

Antwort: Originalnetzteile der Hersteller sind mit 25 bis 40 Euro unrealistisch teuer. Man kann auf diese aber auch verzichten. Wenn Ihr Navi zum Laden eine 5-Volt-USB-Buchse hat, das sind die meisten aktuellen Geräte, können Sie aus einer der folgenden vier Möglichkeiten wählen. Ansonsten funktioniert nur Variante a.
a) Kauf eines Adapters von 220 Volt auf eine Zigarettenanzünderbuchse. Da können Sie das originale Ladekabel anstecken und dieses mit dem Navi verbinden.
b) Kauf eines Adapters von 220 Volt auf eine USB-Buchse. Dann brauchen Sie nur noch ein USB-Verbindungskabel, das sowieso meist für die Verbindung zum PC mitgeliefert wird.
c) Kauf eines Universalnetzteils für MP3-Player mit fest angeschlossenem Mini-USB-Kabel.
d) Verbinden des Navis über das mitgelieferte USB-Kabel mit dem PC. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Computer mehr oder weniger ständig läuft.
Ein paar Worte zu den technischen Daten auf Netzteilen: Auf den meisten Ladekabeln steht „Output 5 Volt, 2 Ampere“. Manchmal kommen auch nur 1 Ampere (abgekürzt mit „A“) oder 500 mA (500 Milli-Ampere, also 0,5 Ampere) raus. Dieser Stromwert ist das Maximum, das vom Netzteil geliefert werden kann. Wenn der Verbraucher weniger Strom aufnimmt, dann liefert das Netzteil auch entsprechend weniger. Wenn das nachgekaufte Netzteil weniger Strom abgibt als das originale, macht das nichts, es sollte aber nicht weniger als 0,5 Ampere oder 500 mA liefern.
Bitte achten Sie streng darauf, dass das Netzteil nicht eine höhere Spannung ausgibt! Wir haben im Handel schon ein Steckernetzteil mit Mini-USB-Anschluss gefunden, das an dieser Buchse „4,5 – 12,5 V“ liefert! Das widerspricht jeder Norm, und der Hersteller würde auch mittelgroßen bis großen Ärger bekommen – wenn man ihn ausfindig machen könnte, denn einen Firmenaufdruck hat das Billigst-Netzteil natürlich nicht.

Navi umsonst

Frage: Es gibt das freie Kartenprojekt „Open Street Map“. Warum gibt es bisher kein Navigationsgerät, das mit dieser Karte arbeitet?

Antwort: Open Street Map (OSM) ist in der Navigationswelt sowas wie Linux bei den PCs. Open Street Map bedeutet wortwörtlich „offene Straßenkarte“, das muss man aber verstehen als „freie Straßenkarte“. Ungezählte Freiwillige sammeln per GPS-Empfänger und Computer Geodaten und übermitteln diese an eine zentrale Datenbank. Dieses Kartenmaterial darf man frei nutzen ohne irgendwelche Lizenzzahlungen. OSM hat aber mehrere Probleme:

  • Es gibt nicht überall diese freiwilligen Datensammler gibt. Manche Orte sind deswegen hervorragend erschlossen und andere nur teilweise oder sogar nur schlecht.
  • Das Lizenzmodell der Open Street Map sieht vor, dass man die frei kopierbaren Straßendaten zwar kommerziell verwenden und darauf basierende Produkteauch verkaufen darf, müsste aber auf der anderen Seite ermöglichen, dass das komplette Navigationspaket (Karten plus Navisoftware) von anderen Herstellern weiterverarbeitet wird zu einem dritten Produkt. Das mag natürlich kein Hersteller.
  • Die Einkaufspreise für das digitale Kartenmaterial sind so extrem gesunken, dass es sich nicht lohnt, kostenlose Karten zu verwenden, die man erst aufwendig an das eigene Produkt anpassen müsste.
  • Das kommerzielle Kartenmaterial von Navteq und Tele Atlas enthält auch weiterführende Verkehrsinformationen wie zeitabhängige Realgeschwindigkeiten, die OSM bis heute nicht mal kennt.


  • Navi dabei

    Frage: Wenn ich vom Essener Hauptbahnhof zum Münchner Hauptbahnhof mit dem eingeschalteten Navi fahre – was kann dann mein Navigationsgerät anzeigen? Kann das Gerät dabei kaputtgehen?

    Antwort: Nein, es geht garantiert nichts kaputt. Wir haben das schon oft gemacht, aber nicht nur im Zug, sondern auch im Flugzeug.
    Das Navi mag es nicht, wenn seine errechnete Position abseits des Straßennetzes liegt. Wenn sich innerhalb von etwa 20 Metern eine Straße befindet, „hüpft“ das Navi dorthin.
    Außerorts sind die Distanzen zwischen Schiene und Straße so groß, dass das nicht passieren sollte. Dann werden Sie sehen, dass der Positionspfeil durch die Landschaft schwebt. Bei den meisten Navis ist im Kartenmaterial das Schienennetz eingetragen, so dass Sie sich dann „tatsächlich“ auf den Schienen bewegen. Eine Schienenroute berechnen kann das Navi aber nicht, das funktioniert nur auf dem Straßennetz.
    Ganz moderne Züge wie der ICE blockieren einen Großteil der GPS-Strahlen. Da kann es helfen, schon vor dem Besteigen des Zuges einen Satellitenfix durchzuführen, denn während der Fahrt dürfte es nur unter günstigen Voraussetzungen funktionieren.

    Navi stumm

    Frage: Mein Navi konnte früher immer die Richtungsansagen und die Musik vom eingebauten MP3-Player über den FM-Transmitter ausgeben. Aus irgendwelchen Gründen funktioniert das nicht mehr. Was tun?

    Antwort: Sie haben allem Anschein nach die Software aktualisiert und dabei genau diese Funktion eingebüßt. Wir schreiben regelmäßig, dass man vor dem installieren einer neuen Firmware die alte sichern soll, um sich genau davor zu schützen.
    Eigentlich hat der Hersteller aber nur auf eine relativ alte Vorschrift reagiert: Es ist verboten, dass ein FM-Transmitter „Nullsignale“ sendet. Das heisst, es darf nicht sein, dass der FM-Transmitter sendet, obwohl das Navi vielleicht nur alle paar Minuten oder noch seltener eine Sprachansage machen will. Nur für Sprachansagen anschalten funktioniert auch nicht, weil das Autoradio in den Sendepausen auf die Suche nach einer neuen Frequenz gehen würde. Theoretisch wäre erlaubt, dass der FM-Transmitter immer läuft, wenn man MP3-Wiedergabe und Sprachansagen kombiniert, aber das sehen die meisten Hersteller nicht mehr vor. Leider ist die Bundesnetzagentur in diesen Sachen recht hartknäckig, die Hersteller dürfen also nicht eine leere MP3-Datei ab Werk intallieren, die dann ständig gesendet werden würde – mit Ausnahmen von Sprachansagen des Navis.